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Deutsche Bank verbucht unter Cyran’s-Führung rund 47 Prozent an Wertverlust

Deutsche Bank verzichtet erneut auf Vorstandsboni -

Deutsche Bank-Chef John Cyran entwickelt sich zu einem der größten Wertvernichter unter den Vorstandsvorsitzenden des Bankhauses der letzten 30 Jahre. Wie das Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ ermittelte, hat die Deutsche Bank-Aktie seit Cyran’s Amtsantritt am 1. Juli 2015 rund 47 Prozent an Wert eingebüßt. In der Ära Ackermann verlor die Aktie zwischen 2002 und 2012 inklusive Dividende rund 49 Prozent, schlug damals aber den Index europäischer Bankaktien um zwölf Prozentpunkte. Unter Cyran hinkt die Aktie bislang um 45 Prozentpunkte hinterher. Capital, G+J Wirtschaftsmedien

Deutsche Bank, Bilanzminus und Boni

Was muss mehr bestürzen: der dramatische Kursverfall der Deutsche-Bank-Aktie Richtung Allzeittief, die öffentliche Demontage des amtierenden Vorstandsvorsitzenden samt seiner beiden Stellvertreter oder die Desorientierung des Aufsichtsrats (AR) unter seinem Vorsitzenden Paul Achleitner, die sich in den Wahlvorschlägen für das Kontrollgremium dokumentiert? Zu den amtierenden angelsächsischen AR-Mitgliedern der Kapitalseite sollen weitere drei amerikanische Kontrolleure kommen, womit es dann sechs von zehn wären. Fehlt auf der Tagesordnung für die Aktionärsversammlung nur noch der Vorschlag, „Deutsche“ aus der Firmierung zu streichen und den Sitz nach New York zu verlegen.

Der einzige Wirtschaftsvertreter aus dem Heimatmarkt der Deutschen Bank im Aufsichtsrat wird künftig Norbert Winkeljohann sein. Da bekommt Diversity plötzlich eine ganz andere Bedeutung! Doch auch über diese Personalie kann man sich nicht wirklich freuen. Denn der direkt vom PwC-Chefsessel ins Kontrollgremium der Bank wechselnde Wirtschaftsprüfer bringt zwar viel Erfahrung, aber auch jede Menge Interessenkonflikte mit. Will die Deutsche Bank künftig mit PwC eine der großen vier WP- und Beratungsgesellschaften von Aufträgen ausschließen oder sich aber im Falle der Mandatierung dem Verdacht der Abhängigkeit aussetzen?

Die Wahl von John Thain in den Deutsche-Bank-Aufsichtsrat wäre das falsche Signal zur falschen Zeit. Der Name Thain steht für Boni-Exzesse an Wall Street und Selbstbedienungsmentalität. Er mag auch für erfolgreiches Investment Banking stehen — aber solche Fähigkeiten braucht man im Vorstand, nicht im AR. Man darf gespannt sein, für wie „fit and proper“ die EZB-Bankenaufsicht diese Kandidaten hält.

Achleitner umgibt sich mit Buddies aus der Finanzwelt, denen weder die deutsche Corporate Governance noch die europäische Bankenregulierung vertraut sind, geschweige denn der hiesige Markt. Als vor Jahren die Spekulation über eine Zerschlagung der Bank hochkochte, bekundeten deutsche Industriemanager ihre Solidarität und bekräftigten, dass die deutsche Wirtschaft die Deutsche Bank brauche. Mit dem Abschied von Henning Kagermann und Johannes Teyssen aus dem AR endet eine seit Gründung der Bank bestehende Verbundenheit. Es ist leider so: Die deutsche Industrie braucht die Deutsche Bank nicht mehr. Und ihre Manager wollen vermutlich nicht für ein vor sich hin dilettierendes Geldhaus Verantwortung übernehmen, jedenfalls nicht unter diesem AR-Vorsitzenden. Claus Döring – Börsen-Zeitung

Variable für Mitarbeiter deutlich höher als bisher bekannt

Der 12-köpfige Vorstand der Deutschen Bank verzichtet auch in diesem Jahr auf einen Bonus. Die variable Vergütung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hingegen würden wie geplant ausgezahlt. Dies erklärte der Vorstandsvorsitzende John Cryan auf einer Veranstaltung von ZEIT ONLINE in Austin, Texas.

Die Gesamtsumme für die Mitarbeiter-Boni liegt dabei offensichtlich noch erheblich höher als bisher angenommen. „Die variable Vergütung wird nicht ganz so hoch wie 2015 ausfallen, aber deutlich höher als 2016“, sagte Cryan bei einem Bühnengespräch mit ZEIT-ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner am Rande des Technologie-Festivals South by Southwest (SXSW). Im Jahr 2015 zahlte die Deutsche Bank ihren Mitarbeiter Boni in Höhe von 2,4 Milliarden Euro, im vergangenen Jahr waren es 546 Millionen Euro.

Bisher war in Medienberichten von einer Bonus-Summe von rund einer Milliarde Euro die Rede. Die Höhe dieser Summe dementierte Cryan in Austin: „Ich weiß nicht, woher die Milliarde kommt“. Bereits die von Medien kolportierte Milliarde hatte in den vergangenen Wochen zu deutlicher Kritik von Politikern und Finanzexperten geführt, zumal die Deutsche Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 einen Verlust von rund einer halben Milliarde Euro ausweist. Die genauen Zahlen werden am kommenden Freitag veröffentlicht.

Obwohl die Bank im vergangenen Jahr viele Erfolge erzielt habe, fühle sich der Vorstand dafür verantwortlich, nicht alle Ziele erreicht zu haben – insbesondere kein positives Gesamtergebnis. Deshalb verzichte die Führung der Bank abermals auf die Bonuszahlungen.

Unter anderem Großaktionäre bemängelten in den vergangenen Monaten, dass es dem Briten seit seinem Amtsantritt im Juli 2015 nicht schnell genug gelungen sei, die Bank zu sanieren. „Ich bin selbst einer dieser Kritiker und extrem ungeduldig“, sagte Cryan in Austin, „aber einen Öltanker zu wenden, benötigt eben seine Zeit.“ Quelle ZEIT ONLINE.

Bayer-Aufsichtsratschef kritisiert Boni

Bayer-Aufsichtsrats-Chef Werner Wenning kritisiert, dass die Deutsche Bank Boni trotz ihrer Verluste zahlt. „Bei Bayer haben wir ein anderes Vergütungssystem. Bei uns gilt: Geht es dem Unternehmen gut, geht es allen gut – vom Vorstandschef bis zum Pförtner. Laufen die Geschäfte schlechter, sinken die Prämien für alle. Das halte ich für vernünftig und fair“, sagte er der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Mit Blick auf Boni vor allem für Investmentbanker sagte er weiter: „Boni, die nur eine Gruppe von Mitarbeitern belohnt, wird es bei uns nicht geben. Auch über eine falsche Vergütungspolitik kann man Vertrauen zerstören.“ Rheinische Post

Investmentbanker sind jedoch oft ein spezieller Schlag Mensch. Häufig sehr jung, ehrgeizig, örtlich flexibel und aufs Monetäre fixiert. Dass ein Arbeitgeber sich jedoch von diesen Mitarbeitern quasi erpressen lässt – „Geld her, oder ich gehe“ – ist ein verheerendes Zeichen. Eher sollte er erwidern: „Dann geh doch“. Denn schreibt ein Unternehmen Verluste, sollte es keine Boni zahlen. Wo kein Geld erwirtschaftet wird, kann auch keines zusätzlich verteilt werden. Mitteldeutsche Zeitung

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