USA Präsident von Putins Gnaden

Trump Faktenresistent

Trump, Putin und die Geheimdienste Oberwasser: Natürlich hat Trump recht, wenn er erklärt, ein gutes Verhältnis der Vereinigten Staaten zu Russland sei „eine gute Sache“. Wer wollte ihm da widersprechen? Die Differenzen zwischen Washington und Moskau sind zu einem gewaltigen geopolitischen Problem geworden. Er kann jedoch die Vorwürfe seiner Dienste über die fatale Rolle der Russen und ihrer Hacker-Brigaden im US-Wahlkampf, auf die auch die Bundesregierung Hinweise hat, nicht vom Tisch wischen. Trump ist faktenresistent. Das ist verantwortungslos und kann gefährlich für die USA werden. Straubinger Tagblatt

Veröffentlicht am Montag, 09.01.2017, 10:12 von Magnus Hoffestett

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen geopolitischen Minderwertigkeitskomplex und seinen Vergeltungsdrang gegen die Vereinigten Staaten mit einer flächendeckenden Kampagne gegen das Heiligste der amerikanischen Demokratie zu kompensieren versucht: Die Präsidentschaftswahl. Wie viel Anteil die eindeutig pro Donald Trump angelegte Arbeit russischer Daten-Diebe, Propaganda-Schmierfinken, Internet-Trolle und Staatszersetzer möglicherweise an der Niederlage der Demokratin Hillary Clinton hatte, ist dabei zweitrangig. Allein die Tatsache, dass Russland es nachweisbar gewagt hat, den wirtschaftlich wie technologisch überlegenen USA tonnenweise digitalen Sand ins Getriebe zu streuen, müsste den neuen Mann im Weißen Haus zu Gegenreaktionen veranlassen. Aber Trump hält still, macht Amerika klein, nicht „great“. Von krankhafter Eitelkeit geblendet, frönt er weiter seinem bizarren Männerbund mit Moskau. Er nimmt Putin gegen alle politische Vernunft und die fundierte Expertise der eigenen Geheimdienste in Schutz.

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Dass der Mann im Kreml bei den Internet-Raubzügen mit Sicherheit auch belastendes Material gegen Trump abfischen ließ und als Druckmittel unter Verschluss hält, kommt Trump nicht in den Sinn. Der Schaden geht über die Grenzen Amerikas hinaus. Vor allem in Europa, wo bald mehrere wichtige Wahlen anstehen, muss die stille Duldung, mit der Trump Putins Gebaren hinnimmt, alarmieren. Länder und Leute, die der russische Präsident auf seinem mit wachsender Intensität betriebenen Destabilisierungs-Feldzug vorgemerkt hat, können sich ab sofort nicht mehr sicher sein, dass Uncle Sam ihnen zur Seite steht. Das prominenteste Opfer könnte im kommenden Herbst Angela Merkel werden. Ihre für Europa stilbildende Haltung in der Frage der Sanktionen gegen Russland im Zuge von Krim und Ukraine macht sie für Putin zur bevorzugten Zielscheibe.

Trumps Zuneigung für die Deutsche wird sich in Grenzen halten, nachdem Merkel ihr Glückwunsch-Telegramm mit dem berechtigten Warnhinweis versehen hat, dass die deutsch-amerikanischen Beziehungen nur auf Basis von Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Pluralität und Respekt vor der Menschenwürde gedeihen können. Werte, die Trump noch nie unfallfrei buchstabieren konnte. Was, wenn sich Putin und Trump insgeheim darüber verständigen, dass Deutschland ein bisschen mehr AfD und damit gehässiger Populismus guttun könnte? Sind Bundesregierung, Verfassungsschutz-Organe und alle staatstragenden Parteien in Deutschland darauf eingestellt, die politischen Willensbildungsprozess gegen solche Einflüsse ohne Zensur-Gelüste zu schützen? Es wird höchste Zeit. Die Feinde der wehrhaften Demokratie spüren Oberwasser. Dirk Hautkapp, Washington – Neue Westfälische

Das nächste Opfer der russischen Schlapphut-Politik könnte Merkel sein

Gute Beziehungen zu Russland könnten nicht schaden, ließ Donald Trump am Wochenende verlauten. Das ist zweifellos richtig. Angesichts der Nachrichten über die Beeinflussung der Präsidentschaftswahlen durch russische Hacker mutet diese Einlassung allerdings an wie eine grotesk verzerrte Lagebeurteilung eines ebenso grotesk deplatzierten Mannes im US-Präsidentenamt.

Die amerikanischen Dienste behaupten in einem öffentlich zugänglichen Dossier, dass Putin die Chancen Trumps, ins Weiße Haus zu gelangen, erhöhen wollte, indem er jene Hillary Clintons durch geleakte interne Informationen schmälerte. Ein schwerwiegender Vorwurf – und die kleinlaute Reaktion des sonst so skeptischen designierten Präsidenten legt nahe, dass die Beweisführung im gesperrten Teil des Berichts (datenforensische Analysen zur Lokalisierung der Hacker; Abhörprotokolle russischer Akteure; Daten aus russischen Rechnern) tatsächlich wasserdicht ist.

Daraus erwachsen mindestens zwei Konsequenzen:

Erstens wird die ohnehin vielfach bezweifelte Legitimität Trumps als Präsident dadurch weiter beschädigt. Er ist ins Amt gelangt, indem er zwar die dafür notwendigen Wahlmänner, aber nicht die Mehrheit der Bevölkerung für sich gewinnen konnte. Nun muss er sich nachsagen lassen, dass er Präsident von Putins Gnaden sei. Das wird ihm bei seinen Gegnern, aber vor allem bei bisher nicht gänzlich abgewandten Parteifreunden enorm schaden. Denn die nehmen für sich in Anspruch, unter Reagan und Bush senior den Kalten Krieg gewonnen zu haben. Dass ein Ex-KGB-Mann und Adorant der Sowjetunion nun bestimmt, wer ins Weiße Haus einzieht, kann diesen Republikanern nur als bizarrer Treppenwitz der Geschichte gelten.

Zweitens hat Moskau mit diesem Erfolg seine Fähigkeiten im revanchistischen Hybridfeldzug gegen den Westen perfektioniert. Dabei hat sich herausgestellt, dass die nichtmilitärischen Mittel noch effizienter waren als etwa die Intervention in Syrien: Der russische Militärgeheimdienst GRU füttert Wikileaks mit E-Mails des Democratic National Committee. Moskauer Desinformationskanäle wie der TV-Sender Russia Today und die Website Sputnik verbreiten hanebüchenen Humbug insbesondere über Social Media. Ganze Trollfabriken versuchen mit gesteuerten Postings Meinung zu machen. Und viele, viele nützliche Idioten in den Demokratien des Westens setzen unbekümmert die autoritäre Agenda des Despoten im Kreml um.

Das Neue an dieser politischen Beeinflussung ist nicht etwa deren Versuch (auch die Amerikaner sind hier keine Waisenknaben), sondern deren „Qualität“ und Intensität – sowie die Wahrscheinlichkeit, dass es für die Moskauer Manipulatoren nun kein Halten mehr gibt. In einer vor Weihnachten publizierten Analyse geht etwa der tschechische Thinktank European Values davon aus, dass Angela Merkel und die deutsche Bundestagswahl das nächste Ziel der russischen Schlapphut-Politik sein werden. Die Mittel der Manipulation könnten massive Desinformation, die Unterminierung des EU-Türkei-Deals, Cyberattacken, Missbrauch der russischen Minderheiten, Unterstützung der extremen Rechten in Europa und ökonomische Einflussnahme sein.

Angesichts dieser Liste scheint auch diese Operation bereits im Gange – und auch gute Beziehungen zu Russland werden daran nichts ändern. Christoph Prantner – Der Standard

Trump: Keine Einmischung Moskaus in US-Wahlkampf

7 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Montag, 9. Januar 2017, 15:31 um 15:31 - Reply

    Schreiben sie wirklich aus Washington, Herr Hautkap.
    Ich würde mich das nicht trauen, wenn ich dort leben würde.
    Man buchstabiert auch keine Werte sondern Worte oder Wörter. Und auch nicht unfallfrei sondern fehlerfrei.
    Und Merkel hat sich damals auf vielfältige Weise intensiv daneben benommen.

  2. Anonymous Montag, 9. Januar 2017, 14:34 um 14:34 - Reply

    Wenn Putin die USA so leicht geschafft haben soll, dann wird er das mit Deutschland mit dem kleinen Zeh hinkriegen.

    • Anonymous Mittwoch, 11. Januar 2017, 15:05 um 15:05 - Reply

      Ja, man scheint sich nie entscheiden zu können ob er nun ein kleiner Diletant ist, oder ein großer mächtiger Böser.

  3. Anonymous Montag, 9. Januar 2017, 14:16 um 14:16 - Reply

    So, Herr Hautkapp ? Sie setze AfD mit gehässigem Populismus gleich ?
    Bei dem oben gewählten Wortschatz ?
    Mir wäre nicht die passende Bezeichnung für ihren Text eingefallen, wenn sie sie nicht textintern erwähnt hätten.
    Gehässig. Ihr ganzer Text ist gehässig.

  4. Anonymous Montag, 9. Januar 2017, 12:14 um 12:14 - Reply

    Ich wünsche mir das die Amerikaner ein besseres Verhältnis zu Russland bekommt,denn dann steht unsere Merkel ziemlich blöd da.Man dämonisiert Russland wegen der Krim aber im Fall Israel ist Expansion und Landraub kein Problem. Merkel spricht von Freiheit und Demokratie,macht aber Geschäfte mit Diktator Erdogan. Verdammte Heuchler. Und das Volk lässt sich diesen Mist auch noch aufschwätzen.Das diese Frau überhaupt das Wort Demokratie in den Mund nimmt ist schon ein Witz Deutschland wendet sich seit ihr immer mehr von einer Demokratie ab.Was hat das Volk in Deutschland denn zu melden?

  5. Anonymous Montag, 9. Januar 2017, 10:57 um 10:57 - Reply

    Geopolitischen Minderwertigkeitskomplex …zu kompensieren versucht….
    Das Ding von Jan Böhmermann war nicht jugendfreie Satire…
    Sind sie von der Psycho-Geo-Potit-Abteilung, Herr Hautkapp?

    • Anonymous Montag, 9. Januar 2017, 14:06 um 14:06 - Reply

      Wahrscheinlich werden deshalb jetzt die Panzer hier durch`s Land gekarrt. wegen der versuchten Kompensation geopolitischer Minderwerigkeitskomplexe.

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