Trump zahlt jetzt einen hohen Preis

Trumps angebliche Affären

Barack Obama geht. Der erste schwarze Präsident der USA startete vor acht Jahren als Hoffnungsträger und erhielt bereits nach dem ersten Regierungsjahr den Friedensnobelpreis. Doch schon bald stellte sich Ernüchterung ein. Seine Amtszeit war nicht nur von Erfolgen geprägt.

Veröffentlicht am Donnerstag, 12.01.2017, 9:36 von Domenikus Gadermann

Obama hat im eigenen Land und auf der Weltbühne bittere Niederlagen einstecken müssen. Er sei zu zögerlich, naiv und zu schwach, so seine Kritiker. Zudem muss er nun befürchten, dass sein Nachfolger Donald Trump sein Erbe in großen Teilen liquidieren wird.

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Einen Tag nachdem sich Präsident Barack Obama mit einer Rede von den Amerikanern verabschiedet, gibt sein Nachfolger Donald Trump nach langer Zeit seine erste Pressekonferenz. Die letzte richtige PK des Republikaners hatte im Juli stattgefunden. Seit seinem Wahlsieg am 8. November hat der 70-Jährige bei Auftritten nur sporadisch Fragen von Journalisten beantwortet. Gemeinsam mit seinen Kindern will Trump unter anderem erklären, wie er nach seiner Vereidigung am 20. Januar Interessenskonflikte vermeiden will. Erwartet werden auch Aussagen zu seinem neuen Kabinett. phoenix-Kommunikation

Mit jedem weiteren Tag den der Amtsantritt Donald Trumps näher rückt, sieht der erste schwarze Mann im Weißen Haus besser aus. Die Amerikaner entdecken in der Dämmerung seiner Präsidentschaft den Politiker wieder, der mit seinem „Yes we can“ vor acht Jahren eine ganze Nation verzauberte. Obamas Zustimmungswerte liegen deutlich über 50 Prozent. Hätten die Amerikaner ihn noch einmal wählen dürfen, hätten sie ihn garantiert für eine dritte Amtszeit ins Weiße Haus geschickt. Der Kontrast zu dem politischen Jahrmarkt-Schreier Trump könnte kaum größer sein. Obama verkörpert als Sohn eines Vaters aus Kenia und einer Mutter aus Kansas das neue Amerika. Ein Land, das bunter, vielfältiger und säkularer geworden ist, und in dem weiße protestantische Männer nicht mehr alleine den Ton angeben. Das für sich genommen markiert eine Zäsur in der Geschichte der Vereinigten Staaten, die einen blutigen Bürgerkrieg über die Sklaverei führte und lange mit dem hässlichen Erbe der Rassentrennung rang.

Vielleicht gerade weil die Partei der alten weißen Männer witterte, wie grundlegend der Wandel sein sollte, der mit dem Hoffnungspräsidenten kam, schalteten die Republikaner vom ersten Tag Obamas im Oval Office auf Fundamental-Opposition. Die unrealistisch hohen Erwartungen seiner Wähler zerschellten an der Blockade-Politik zynischer Machtpolitiker, die ihre ganze Kraft darauf konzentrierten, den „Yes we can“-Präsidenten im Kongress auflaufen zu lassen. Umso erstaunlicher, was Obama unter diesen Bedingungen durchzusetzen vermochte. Allen voran, wie er die USA und die Welt vor dem Absturz in eine große Depression bewahrte. Dank eines Konjunkturpakets, Übergangshilfen für die Autobauer, die Reform der Wall Street und Investitionen in Infrastruktur gelang es Obama, das Ruder herumzureißen. Die andere historische Leistung ist die Einführung der ersten allgemeinen Krankenversicherung der USA. An dieser Aufgabe hatten sich Obamas Amtsvorgänger über die zurückliegenden hundert Jahre die Zähne ausgebissen. Die von den Republikanern versprochene Abschaffung stellt sich nun als alles andere als einfach heraus. In der Gesellschaftspolitik vollzog Obama einen Paradigmenwechsel. Als er 2008 antrat, galt es als politischer Selbstmord für die Rechte von Homosexuellen einzutreten.

Heute genießt die Homo-Ehe breite Unterstützung. Dass er die tiefen Gräben in Amerika nicht überwinden konnte, und es ausgerechnet in seiner Präsidentschaft zu den schwersten Rassenunruhen seit Jahrzehnten kam, gehört zu den Dingen, die Obama ebenso bedauert, wie seine Ohnmacht die chronische Waffengewalt zu stoppen. Während Obama innenpolitisch zweifelsohne nachhaltigen Wandel brachte, fällt sein außenpolitisches Erbe gemischter aus. Seine Kritiker kreiden ihm an, mit seiner „Führung von hinten“ und der Leitidee „keine dummen Sachen zu machen“ ein Vakuum hinterlassen zu haben. Speziell in Syrien, wo Russland und der Islamische Staat die Lücke füllten.

Ganz besonders verübeln sie Obamas Politik der „strategischen Geduld“ im Mittleren Osten. Dass er Bashir al-Assad erlaubte, beim Einsatz von Chemiewaffen eine rote Linie zu überschreiten, die er selber gezogen hatte, halten ihm nicht wenige als Ursünde vor. Auf der Haben-Seite darf der Friedensnobelpreisträger das Atomabkommen mit Iran, die Annäherung an Kuba, die Demokratisierung in Myanmar und den Abzug der US-Truppen aus Irak verbuchen. Ob Obama in der Außenpolitik insgesamt so transformativ war, wie im Inneren, darüber wird die Zeit entscheiden. Gewiss lässt sich kurz vor Ende seiner Präsidentschaft sagen: Amerika und die Welt werden Obama vermissen. Mittelbayerische Zeitung

Ist es jetzt überhaupt noch relevant, ob sich Donald Trump vor Jahren tatsächlich mit Moskauer Prostituierten eingelassen hat? Ist es überhaupt noch relevant, ob der russische Geheimdienst davon kompromittierende Aufnahmen hat, um Trump zu erpressen?

Nein! Es reicht, dass man sich beides vorstellen kann: Trump trauen viele ein solches Verhalten durchaus zu – und den Russen auch. In postfaktischen Zeiten sind derartige Gerüchte und Mutmaßungen oft wichtiger als Tatsachen. Und widerlegen kann auch ein Trump die wilden Spekulationen nicht. Das ist das perfide an diesen Geschichten.

Trump hat sich im schmutzigen US-Wahlkampf mit Putins Diensten eingelassen – und zahlt dafür schon vor Amtsantritt einen hohen Preis: Der künftig mächtigste Mann der Welt gilt als erpressbar. Das System der Fake-News vernichtet seine Schöpfer: Bei jeder Trump-Entscheidung wird man sich fragen, ob nicht Putin seine Finger im Spiel hatte. Der Welt drohen Szenarien wie aus einem Spionage-Reißer. Die internationale Lage indes ist zu brisant, als dass man diesem Treiben der beiden Egomanen ebenso distanziert wie amüsiert zuschauen möchte. Lutz Heuken – Westdeutsche Allgemeine Zeitung

3 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Samstag, 14. Januar 2017, 8:06 um 8:06 - Reply

    Terrorabwehr sollte man Israel überlassen. Die verstehen mehr davon. In Berlin wurden auch Juden getötet.
    es geht schon los. Seit zwei Tagen fliegt die israelische Luftwaffe Vergeltungsschläge gegen Syrien.
    Wer ist schuld? Merkel ist schuld. Die hat den Terror erst möglich gemacht.
    Das israelische Militär räumt den Sinai auf und jagt Krimilelle und Terroristen fort. Einst gab Israel Land für Frieden. Land für Terror gibt’s nicht. Netanjahu wird den Sinai einbehalten. Die alten Startbasen braucht er für Luftschläge gegen Tunesien. Außerdem kann er dann den Suez kontrollieren. Wer ist schuld, wenn Israel die wichtigste Wasserstraße der Welt sperrt? Merkel ist schuld. Die hat es doch erst notwendig gemacht.
    Das arabische Dorf Silwan wird vermutlich abgerissen, um darauf eine Großsiedliung mit mindestens 500 Einheiten zu bauen. Wer ist schuld am Siedlungsbau? Merkel ist schuld. Die hat in Berlin Juden töten lassen und der Mörder durfte ungehindert ausreisen. Wie damals Adolf Eichmann.
    Merekl bekommt die Schuld am Siedlungsbau zugewiesen. Strafe muss sein.
    Präsident Trump wurde schon während des Wahlkampfs von Merkel diffamiert und verunglimpft. Also wird er Israel zustimmen. Jawohl, die Deutschen sind ein Volk von Nazis und Antisemiten. Jawohl, Merkel ist eine Nazikanzlerin.
    So hat Merkel unser Land international isoliert. Die geballte Wut der Araber wird uns treffen. Deutschland wird vor Terroranschlägen nur so erzittern.

  2. Anonymous Donnerstag, 12. Januar 2017, 17:53 um 17:53 - Reply

    Ob es noch relevant ist, ob sich Donald Trump sich vor Jahren mt Prostituierten eingelassen hat. Wer will das wissen. Wenn die Damen sich nicht beschwert haben, bezahlt werden sie ja worden sein.
    Für mich ist relevant dass in Deutschland die Frauen und Kinder nicht sicher vor Vergewaltigung sind

    • Anonymous Donnerstag, 12. Januar 2017, 17:56 um 17:56 - Reply

      In dem Alter an Orgien teilnehmen? Der muss ja viril sein.

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