Show der US-Geheimdienste

Trump und Putin

„Es wäre unverantwortlich, die Anschuldigen zu belegen“, behaupten die US-Geheimdienste in Bezug auf die anhaltende Farce zu angeblichen russischen Hacks auf die US-Präsidentschaftswahlen. In ihrem jüngsten Bericht zu mutmaßlichen Hackerangriffen Russlands auf politische Institutionen in Washington hat die US-Aufklärung fehlende Beweise für russische Cyberattacken gerechtfertigt.

Veröffentlicht am Mittwoch, 11.01.2017, 11:25 von Domenikus Gadermann

Die Shows der US-Geheimdienste sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren. 2003 bestückte man den damaligen US-Außenminister Colin Powell mit gefälschten Schaubildern für seinen Auftritt im UN-Sicherheitsrat. Diese sollten die Massenvernichtungswaffen in den Händen Saddam Husseins beweisen. Der Krieg gegen Irak begann wenig später, die Waffen wurden nie gefunden. Immerhin entschuldigte sich Powell für seine Lüge. Nun allerdings verstecken die Spionagedienste die angeblichen Beweise in einem Bericht, dessen spannende Teile exklusiv dem scheidenden Präsidenten Obama und seinem Nachfolger Trump vorbehalten sind.

Die Beeinflussungsversuche Moskaus auf den US-Wahlkampf, heißt es, seien so gestaltet, dass sie jederzeit dementiert werden könnten. Diesen Satz kann man abgewandelt auf die Geheimdienste übertragen: Die Beweise, dass Putin persönlich die Einmischung in den US-Wahlkampf angeordnet hat, sind so vage, dass der Beweis des Gegenteils dementiert werden kann. Offensichtlich haben die US-Dienste aus den plumpen Inszenierungen der Vergangenheit gelernt: Die Erkenntnisse werden nicht mehr spektakulär der Öffentlichkeit präsentiert, sondern fast schamhaft verborgen. Die Fallhöhe ist dann geringer, wenn sich wieder einmal herausstellt, dass an ihren Erkenntnissen kaum etwas dran ist. Besser macht das die Sache freilich nicht. Denn eine schlechte Politik wird mit den Spionage-Behauptungen schon jetzt betrieben. neues deutschland

Donald Trump stellt die Amerikaner vor ein Rätsel. Warum verteidigt er nach dem Briefing über die russische Cyber-Attacken Wladimir Putin und sät Misstrauen gegen die US-Geheimdienste? Statt der Öffentlichkeit zu erklären, warum CIA, FBI und NSA ihre »Beweise« nicht publik machen, können, unterminiert er die Arbeit der nationalen Sicherheitsbehörden.

Moskau verfolgte in den USA, wie nun auch vor den Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, ein klares Ziel. Es versucht das Vertrauen in die liberalen Demokratien des Westens zu untergraben. Rätselhaft dagegen bleibt, warum sich Trump wie ein Streichelkater vor die Füße des russischen Bären legt?

Der »Washington Post«-Kolumnist Eugene Robinson vermutet den Schlüssel zu Russophilie Trumps in dessen Steuererklärung. Demnach könnte sein Bauimperium am Tropf russischer Kredite hängen, die er nicht gefährden will. Andere Analysten spekulieren über einen großen Strategie-Schwenk in der US-Außenpolitik, deren künftige Säule ein Trump-Putin-Pakt werde. Dieser richte sich gegen die Volksrepublik China und ginge zu Lasten West-Europas und speziell Deutschlands, dessen Wirtschaft vom Außenhandel lebt.

Ein Indiz dafür ist die Skepsis Trumps gegenüber der Nato, die er schon in den 90er Jahren in ganzseitigen Zeitungsanzeigen kritisierte. Ein solcher Schwenk käme einem Paradigmenwechsel gleich, der die Stabilität der Nachkriegsordnung in Europa in bedenklicher Weise aufs Spiel setzte.

Gemessen an seinem Umgang mit den Geheimdiensten, die Trump in zwei Wochen unterstehen werden, gibt es leider wenig Anlass darauf zu setzen, dieser Präsident werde sich irgendwie einhegen lassen. Er schwänzt die Briefings der Sicherheitsbehörden, redet die Erkenntnisse der Dienste herunter und unterminiert Institutionen, die für die nationale Sicherheit der USA essenziell sind.

Bestenfalls löst sich das Rätsel hinter Trumps hartnäckiger Ignoranz der russischen Einmischung mit bloßer Eitelkeit auf. Niemand soll denken, er habe die Wahlen nur mit russischer Hilfe gewinnen können. »Lächerlich« seien die Befunde der Geheimdienste, postulierte Trump und zitiert als Kronzeugen Julian Assange, den er vor nicht allzu langer Zeit wegen Verrats noch zu Tode verurteilt sehen wollte. Widerspruchslos vollziehen seine Claqueure die Kehrtwende mit. Ging der Flirt mit dem Autokraten in Moskau im Wahlkampf noch als Kuriosität durch, lässt das standfeste Bestreiten der russischen Cyber-Attacken wenige Tage vor Einzug in das Oval Office alle Alarmglocken aufschrillen. Statt mit feuchten Augen Putin zu preisen, sollte Trump einen nüchternen Blick auf die Realitäten werfen. Westfalen-Blatt

US-Geheimdienste sehen Wladimir Putin selbst hinter russischer Wahlbeeinflussung

5 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Mittwoch, 8. Februar 2017, 16:42 um 16:42 - Reply

    Trump kennt die Schwächen der EU verblüffend genau und da wird er zuschlagen. Es zittern die morschen Knochen der Dummschwätzer vor dem Check!
    Am deutschen Wesen soll die Welt genesen! Grünlinke glauben ernsthaft, dem amerikanischen Volk vorschreiben zu können, wen es zum Präsidenten wählen darf. Schlimmer kann Bevormundung nicht sein. Sie glauben ernsthaft, einer Großmacht Vorschriften machen zu können.
    Nun sind die Grünen diejenigen, die immer schon die Freigabe von Bewußtseinsdrogen forderte. Vielleicht ist es der eigenen Sucht geschuldet. Aber anders als mit Drogenkonsum kann man diesen Bevormundungswahn nicht erklären.

  2. Löwenzahn Donnerstag, 12. Januar 2017, 11:44 um 11:44 - Reply

    Abwarten und Tee trinken.

  3. Anonymous Donnerstag, 12. Januar 2017, 9:34 um 9:34 - Reply

    Er soll mit Prostituierten zusammengewesen sein, Das müsste doch Sympathien wecken – bei den Grünen. Die fordern doch sogar für Senioren Sex auf Rezept.

    • Anonymous Donnerstag, 12. Januar 2017, 9:48 um 9:48 - Reply

      Und dass er Autos im Inland produzieren lassen möchte ist auch noch umweltfreundlich.

  4. Anonymous Mittwoch, 11. Januar 2017, 13:51 um 13:51 - Reply

    Was für ein böser Bube.
    Und zum letzten Wort des Schräggedruckten: Es heißt gerechtfertigt.

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