Pokern mit Sprengköpfen: Trump und Atomwaffen

Trump: Nur Verlierer

Trump könnte Moskau tatsächlich einen besseren Deal abtrotzen, sollten am Ende nicht nur „New Start“ verlängert, sondern auch die taktischen Atomwaffen – von denen Russland deutlich mehr hat – einbezogen und reduziert werden. Nur pokert man nicht mit Atomsprengköpfen. Vertrauen und Berechenbarkeit sind die Voraussetzung für Abrüstung.

Veröffentlicht am Dienstag, 28.02.2017, 10:41 von Magnus Hoffestett

Donald Trump spielt mit dem nuklearen Feuer, wenn er leichtfertig über einen neuen Atomwettlauf spricht. Als Präsident der Supermacht USA haben seine Worte ein anderes Gewicht als die lockeren Sprüche von Stammtischbrüdern. Selbst wenn es Trump nicht so gemeint haben sollte, könnten seine kraftmeiernden Proklamationen ungewollte Reaktionen zeitigen. Vor allem bei einem Gegenüber in Russland, der politisch nicht weniger unter einer Überproduktion an Testosteron leidet wie er. Das Streben nach nuklearer Dominanz leitet sich aus der „America-First“-Doktrin ab, mit der Trump die USA auf der Weltbühne neu positionieren will.

Der US-Präsident zielt darauf ab, Vereinbarungen zu beenden, die er als „schlechten Deal“ betrachtet. Aus seiner Sicht fällt das unter Vorgänger Barack Obama ausgehandelte Abkommen zur Begrenzung strategischer Atomwaffen „New START“ in diese Kategorie. Was Trump daran genau auszusetzen hat, ist weniger klar, als seine Attitüde. An den paar Gefechtsköpfe, die Moskau mehr besitzt, kann es kaum liegen. Es scheint, als habe Trump die elementare Logik hinter den bestehenden Abrüstungsvereinbarungen nicht verstanden. Die Antagonisten des Kalten Krieges stoppten vor Jahrzehnten die Aufrüstungsspirale, nachdem sie begriffen, dass es bei einem atomaren Rüstungswettlauf nur Verlierer gibt. Das Streben nach nuklearer Dominanz verschlingt Unsummen an Geld, erhöht das Risiko eines Atomkriegs aus Versehen und führt niemals zum Ziel. Es ist die irre Jagd auf eine Chimäre. Thomas Spang – Mittelbayerische Zeitung

Trumps Atomwaffenpläne: Grüne fordern Ende der Blockadehaltung in Sachen Abrüstung

Sicherheitspolitische Sprecherin Brugger sieht Deutschland, USA und Russland in der Pflicht – „Gefährliches Spiel mit dem Feuer“

Mit Blick auf die Debatte um eine Ausweitung des US-Atomwaffenarsenals fordert Agnieszka Brugger, Sprecherin für Sicherheitspolitik und Abrüstung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, von der Bundesregierung, aber auch von Russland und den USA, ihre Verweigerungshaltung in Sachen Abrüstung umgehend zu beenden. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Brugger: „Russland, die USA und auch die deutsche Bundesregierung sollten ihre unverantwortliche Blockadehaltung aufgeben und sich endlich der Initiative von über hundert Staaten bei den Vereinten Nationen für ein Verbot dieser schrecklichen Waffen anschließen.“ Schon jetzt verfügten die USA und Russland „über ein riesiges Arsenal dieser barbarischen Massenvernichtungswaffen“, sagte Brugger. Eine weitere atomare Aufrüstung sei angesichts „der aktuellen sicherheitspolitischen Weltlage ein gefährliches Spiel mit dem Feuer“, warnte die Grünen-Politikerin. Neue Osnabrücker Zeitung

Wirklich überraschend sind Donald Trumps nukleare Gedankenspiele nicht. Vorgänger Barack Obama hat zwar in langen Reden von der atomwaffenfreien Welt geschwärmt – zugleich aber billigte auch dieser Präsident ein Modernisierungsprogramm für das amerikanische Arsenal des Schreckens. Überdies werden seit Jahren weltweit enorme Summen in Atomwaffen gesteckt, während Bemühungen um Abrüstung ergebnislos blieben. Andererseits gibt es zwar auch eine Initiative für ein umfassendes völkerrechtliches Verbot von Kernwaffen. Aber Trump entlarvt diese nun einmal mehr als romantische Idee nuklearer Habenichtse: Solange die Bombe Unantastbarkeit verspricht, wird sie nicht von dieser Welt verschwinden. Doch was will Trump nun? Man kann seine Worte als Anspielung darauf verstehen, dass Russland vor allem über ein größeres Arsenal kleiner, taktischer Atomwaffen verfügt. So etwas lässt jemand wie Trump nicht auf sich sitzen. Es könnte aber auch sein, dass Trump einmal mehr vor allem pokert. Er droht – und wartet auf die Reaktion. Es ist ein gefährliches Spiel. Erstens, weil die USA nun fürs Erste keinen anderen noch so skrupellosen Machthaber glaubhaft von Abrüstung werden überzeugen können – bei dem schlechten Vorbild, das sie abgeben. Zweitens, weil am anderen Ende des Tischs mit Wladimir Putin ein Spieler mit deutlich mehr Erfahrung sitzt. Und drittens, weil es bei Atomwaffen um nichts Geringeres als die menschliche Zivilisation geht – und man nun mal kein Vertrauen in die Zivilisiertheit des US-Präsidenten haben kann. Andreas Härtel – Allgemeine Zeitung Mainz

Trumps atomares Wettrüsten: Die Schulden

Präsident Trump will »seine« Atomwaffen noch stärker als sein Vorgänger Obama modernisieren und droht, mit Moskau geschlossene strategische Abrüstungsverträge zu kippen. Dabei ist er zuversichtlich, dass Washingtons Verteidigungshaushalt das hergibt, denn: Die NATO-Partner »schulden uns viel Geld« und werden die USA durch eigene höhere Rüstungsausgaben entlasten. Bisweilen ist es gut, wenn schlichte Geister Wahrheiten benennen. Ja, die NATO – und damit auch Deutschland – ermöglichen den USA, ein neues Wettrüsten loszutreten. Man kennt das. Ein anderer schlichter Geist namens Ronald Reagan, der früher mal dort wohnte, wo Trump jetzt eingezogen ist, hat die damalige Sowjetunion in den Ruin und die Welt an den Abgrund gerüstet. Und ja, die NATO und Deutschland schulden den USA etwas. Klare Worte nämlich.

Das wichtigste lautetet: Nein! Wozu hat das Bündnis sonst eigentlich eine nukleare Planungsgruppe? Will Berlin weiter nur die Anzahl der in der Eifel startbereiten Bundeswehr-Jagdbomber melden, die US-Atomwaffen tragen können? So degradiert man sich zum hirnlosen Werkzeug und nimmt nicht ernst, was Kanzlerin Merkel gerade auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesagt hat: »Russland liegt an unserer Außengrenze und ist für uns Nachbar.« Deshalb werde sie »nicht nachlassen, immer wieder dafür zu werben, dass wir mit Russland ein gutes Verhältnis hinbekommen – trotz unterschiedlicher Meinungen in vielen Fragen.« Und trotz Trump, oder? neues deutschland

4 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Samstag, 4. März 2017, 21:54 um 21:54 - Reply

    Sofern man Männer überhaupt gut nennen kann, ist Trump ein guter Mann.
    Man sollte ihn unterstützen, anstatt ihn zu boykottieren.

  2. Anonymous Samstag, 4. März 2017, 21:31 um 21:31 - Reply

    Ihr Arschlöcher, sagt mir mal: Wer hat das Wettrüsten erfunden? Und wie lange sollen jetzt Unschuldige dafür baden gehen?

    • Anonymous Samstag, 4. März 2017, 21:32 um 21:32 - Reply

      Muss irgend ein kranker Mann gewesen sein.

  3. Anonymous Samstag, 4. März 2017, 17:45 um 17:45 - Reply

    Soso, Testosteronüberproduktion. Ferndiagnosen von Laien sind unseriös.

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