EU lockt wieder Flüchtlinge an – Bundesregierung rechnet mit bis zu 400.000 Mittelmeerflüchtlingen

Deutsche lieben Flüchtlinge

EU legt Programm die Bedürfnisse der Migranten angehen und zu einem effizienteren Management der Migrationsströme führen auf. Für Unterstützung und Schutz von Migranten an den Plätzen der Ausschiffungen, von Migranten, die in Haftanstalten festgehalten werden oder in städtischen Gebieten leben, werden 48 Mio. Euro aus dem neuen Programm bereitgestellt.

Veröffentlicht am Freitag, 21.04.2017, 15:30 von Uta Schmid

Weil sich die Zahl in den ersten drei Monaten des Jahres verdoppelt habe, rechnet Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) mit vielen weiteren Flüchtlingen aus Afrika. „Wenn wir das hochrechnen, könnten in diesem Jahr 300.000 bis 400.000 Menschen in Italien ankommen“, sagte Müller der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Europa brauche einen völlig neuen Ansatz für den Partnerkontinent Afrika, wenn nicht weitere Hunderttausende oder gar Millionen kommen sollten. Dazu gehöre die Chance afrikanischer Länder, über einen kompletten Marktzugang in Europa Geld zu verdienen. „Starten wir mit Tunesien, Marokko, Algerien und Ägypten eine neue Phase der Integration in den europäischen Binnenmarkt, dann ist das die effektivste Bekämpfung der Fluchtursachen“, unterstrich der CSU-Politiker. Rheinische Post

EU-Hilfsfonds für Afrika: 90 Millionen Euro zur Steuerung von Migrationsströmen in Libyen

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Johannes Hahn, Kommissar für Nachbarschaftspolitik sagte: „Auf Initiative der Europäischen Kommission hat der EU-Treuhandfonds für Afrika bei einer dringlichen Aufgabe für die EU und ihre Partnerländer schnell gehandelt. Mit der Unterstützung von Maßnahmen in Libyen wird das angenommene Programm die Bedürfnisse der Migranten angehen und zu einem effizienteren Management der Migrationsströme beitragen. Zusätzlich werden dadurch die sozioökonomischen Bedingungen für die Menschen in Libyen unterstützt und Antriebsfaktoren für irreguläre Migration aus diesem Land verringert.“

Für Unterstützung und Schutz von Migranten an den Plätzen der Ausschiffungen, von Migranten, die in Haftanstalten festgehalten werden oder in städtischen Gebieten leben, werden 48 Mio. Euro aus dem neuen Programm bereitgestellt. Europäische Union

Willkommenskultur besteht „Stresstest“, aber Skepsis gegenüber Migration wächst

Mit Blumen, Kuscheltieren und Applaus wurden vorvergangenen Sommer Flüchtlinge an deutschen Bahnhöfen empfangen – diese Bilder gingen um die Welt. Seitdem hat sich die deutsche Willkommenskultur als erstaunlich robust erwiesen. Doch die Stimmung ändert sich: Viele sehen eine Belastungsgrenze erreicht, Vorteile von Einwanderung geraten aus dem Blick.

Die Willkommenskultur in Deutschland hat ihren ersten großen „Stresstest“ bestanden, aber deutliche Kratzer abbekommen. Das zeigt unsere Studie auf Grundlage einer aktuellen Emnid-Umfrage. Deutschland präsentiert sich trotz der Rekordzuwanderung von Flüchtlingen als offene und gereifte Einwanderungsgesellschaft. Allerdings sind weniger Menschen bereit, weitere Flüchtlinge aufzunehmen.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten glaubt, dass sowohl staatliche Stellen (77 Prozent) als auch die Bevölkerung vor Ort (70 Prozent) Einwanderer willkommen heißen, die in Deutschland arbeiten oder studieren wollen. Diese Werte klettern kontinuierlich seit 2012 im Vergleich zu ähnlichen Befragungen. Das zeigt: Deutschland öffnet sich immer stärker für qualifizierte Einwanderer. Anders verhält es sich bei Flüchtlingen: Hier glauben weniger Deutsche, dass sie in Behörden (73 Prozent) und in der Bevölkerung (59 Prozent) willkommen sind. Trotzdem spricht sich weiterhin eine große Mehrheit dafür aus, dass Flüchtlinge schnell eine Arbeitserlaubnis bekommen (88 Prozent) und sich erfolgreich integrieren (77 Prozent).

Ost und West driften auseinander

Auffällig ist der Ost-West-Vergleich. Schon die vorhergehende Umfrage zur Willkommenskultur vor zwei Jahren zeigte, dass die Ostdeutschen skeptischer auf Einwanderung blickten – entgegen dem damaligen Bundestrend. Diese Schere geht weiter auseinander. Während im Osten mit 53 Prozent (West: 74 Prozent) immerhin noch eine knappe Mehrheit sagt, die Bevölkerung heiße Einwanderer willkommen, geht in der Flüchtlingsfrage ein Riss durchs Land: Nur ein Drittel der Ostdeutschen meint, die Bevölkerung nehme Flüchtlinge offen auf. Davon sind im Westen hingegen doppelt so viele Bürger überzeugt.

Bundesweit gedreht hat sich die Bereitschaft zur weiteren Aufnahme von Flüchtlingen. Rund die Hälfte der Befragten sieht Deutschland an seiner Belastungsgrenze angekommen. Vor zwei Jahren teilten diese Auffassung nur 40 Prozent. Dafür finden immer mehr Deutsche (81 Prozent), dass jedes EU-Land, abhängig von Größe und Wirtschaftskraft, eine feste Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen müsste. Bertelsmann Stiftung

8 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Sonntag, 23. April 2017, 18:33 um 18:33 - Reply

    Ein italienischer Staatsanwalt hat Hilfsorganisationen – auch aus Deutschland – eine Zusammenarbeit mit libyschen Schleppern bei der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer vorgeworfen. „Wir haben Beweise dafür, dass es direkte Kontakte zwischen einigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Schleppern in Libyen gibt“, sagte Carmelo Zuccaro der italienischen Tageszeitung „La Stampa“.

  2. Anonymous Samstag, 22. April 2017, 11:49 um 11:49 - Reply

    400 000? Die kommen dann aber zu dem Familiennachzug, den die Regierung jetzt so nebenbei und hintenrum auch noch initiieren will, noch dazu. Und bei den 400 000 sind dann auch noch welche dabei die ANSPRUCH auf Familiennachzug haben.
    Aber der Familiennachzug erscheint ja, wie schon erwähnt, in keiner Statistik. Die bekommen dann nur Leistungen, die wahrscheinlich auch in keiner Statistik erscheinen, da diese Leistungsbezieher statistisch gesehen ja gar nicht vorhanden sind.

  3. Anonymous Samstag, 22. April 2017, 11:43 um 11:43 - Reply

    18. 04. 2017, hier in der BZ:
    Überschrift: Pro- Migranten Gefühl in Deutschland lässt nach. Und heute heißt es dann in einer Zwischenüberschrift: Willkommenskultur besteht Stresstest.

  4. Anonymous Samstag, 22. April 2017, 11:37 um 11:37 - Reply

    Was Willkommenskultur besteht Stresstest?
    Wir wurden einem Stresstest unterzogen?
    Für diesen scheiß Stresstest mussten Leute ihr Leben lassen. Frauen, sogar Urgroßmütter und Kinder sind vergewaltigt worden….. Leichen im Mittelmeer, Terroranschläge, die Sozialkassen geplündert, und man will weiter plündern.
    Das wird dann STRESSTEST genannt?

  5. Anonymous Samstag, 22. April 2017, 11:28 um 11:28 - Reply

    Gestern hieß es noch in einem Bericht der Mittelbayrischen Zeitung (erschienen hier in der BZ): Nachdem der Zustrom abgeebbt ist, beherrscht die Zuwanderung nicht mehr die öffentliche Diskussion. Das bezog sich zwar auf die sogenannte Ein-Themen-Partei, deren wichtigstes Thema (Wieso wichtigstes Thema, wenn es eine Ein-Themen-Partei sein soll? Entweder hat sie nur ein Thema, oder ein wichtigstes Thema, UND NOCH ANDERE, denn sonst gäbe es kein wichtigstes Thema, das sich von anderen Themen unterscheiden ließe) die Flüchtlingskrise gewesen sei.

  6. Anonymous Freitag, 21. April 2017, 20:22 um 20:22 - Reply

    Zuviel ist zuviel!
    Diese von Merkel erzwungene Zuwanderung ist der Todesstoss für unser bisheriges Deutschland.
    Gewalt, Mord, Überfälle, Vergewaltigungen, Terror und mehr sind durch den Asylwahn an der Tagesordnung;
    das lässt sich auch statistisch nicht schön rechnen.
    Deutschland verkommt und der deutsche Steuerzahler sowie Rentner wird dafür zur Ader gelassen!
    Ich möchte das nicht!!!

  7. Thorsten Freitag, 21. April 2017, 18:43 um 18:43 - Reply

    Ich will dieses Volk nicht haben. Ich möchte keine Afrikaner mit unzähligen Kindern als Nachbarn oder in der Nachbarschaft.So traurig es auch klingen mag, aber ich bin über jede negative Meldung froh! Das ist meine Meinung dazu!

  8. Anonymous Freitag, 21. April 2017, 17:46 um 17:46 - Reply

    Grenzen zu, es reicht!!!

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