Bundesregierung besorgt über neue Provokation Nordkoreas

Die Kriegsgefahr wächst

Die Bundesregierung verurteilt den jüngsten Raketentest Nordkoreas mit aller Entschiedenheit. „Wir teilen die großen Sorgen, die in Japan über das Verhalten Nordkoreas zum Ausdruck gebracht wurden“, so die stellvertretende Regierungssprecherin Demmer in Berlin.

Veröffentlicht am Sonntag, 03.09.2017, 18:43 von Tabea Schrader

Und nun, Mr. President? Hat Donald Trump ernsthaft geglaubt, er könne den Diktator von Nordkorea mit seinen großmäuligen Drohungen dazu bewegen, die Eskalationsspirale zu stoppen? Hat er wirklich angenommen, sein albernes Gerede von Feuer und Zorn werde Kim Jong-Un einschüchtern? Offensichtlich hat er den Despoten unterschätzt. Das ist nicht schwer. Wie ein plumpes, verspieltes und verzogenen Kind kommt Kim daher, nicht wie ein brutaler, skrupelloser und durchtriebener Staatschef. Eines ist er gewiss nicht: dumm. Er weiß genau, was er tut. Und Trump ist ihm auf den Leim gegangen. Straubinger Tagblatt

Nordkorea – Kim auf den Leim gegangen

Wie wenig Donald Trumps Twitter-Drohungen mit „Feuer und Zorn“ den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un beeindruckt haben, zeigte das Regime in Pjöngjang mit seiner neuen Provokation. Erstmals ließ Kim eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg feuern. Diese Machtdemonstration bedeutet einen brandgefährlichen Schritt auf der militärischen Eskalationsleiter in Asien. Es stellt sich die Frage, ob wir uns bereits am Vorabend eines Kriegs befinden, oder ob es noch eine friedliche Lösung geben kann. Man stelle sich vor, was in Deutschland und bei unseren europäischen Nachbarn los wäre, würde hier etwas Vergleichbares passieren. Ein unberechenbarer Atomstaat schießt eine Rakete über den Luftraum der Bundesrepublik: Man würde es – so wie in Japan auch – als aggressiven Akt verstehen. Und die Öffentlichkeit würde vehement fordern – so wie es die Nachbarn Nordkoreas jetzt tun – die Bevölkerung gegen die Bedrohung zu schützen. In Asien droht nun ein Rüstungswettlauf.

Staaten wie Südkorea und Japan werden vermutlich ihre Raketenabwehr ausbauen – begleitet von Diskussionen, sich atomar zu bewaffnen. Kim rasselt immer lauter mit dem Säbel. Er ignoriert die Warnungen aus Washington, er stellt sich gegenüber dem UN-Sicherheitsrat taub, er schert sich nichts um Sanktionen. Unbeirrt arbeitet der Diktator an seinem Atomprogramm. Er lässt Langstreckenraketen entwickeln, die Amerika erreichen könnten, er drohte mit einem Angriff auf den US-Stützpunkt in Guam und treibt den Konflikt auf die Spitze. Zunächst muss man Kims Motive unter die Lupe nehmen. Nordkorea ist international fast völlig isoliert. Nur dank des Wohlwollens der Schutzmacht China ist das Regime nicht schon längst kollabiert. Kim wähnt sich von Feinden umzingelt. Deshalb will er seinen Gegnern demonstrieren, dass er sich nicht wie andere Diktatoren so einfach abservieren lässt. Als Überlebensversicherung hat er die atomare Drohung in der Hinterhand. Gleichzeitig geht es bei den Raketentests nüchtern betrachtet um die technische Verbesserung des Waffenarsenals. Denn letztlich strebt Kim die Anerkennung als Atommacht an.

Sein Kalkül: Der nukleare Joker würde ihn unangreifbar machen – und er könnte mit der Staatengemeinschaft auf Augenhöhe kommunizieren. Zwar nicht als geachteter Staatsmann, sondern als geächteter, aber gefürchteter Potentat. Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Denn niemand weiß, wie Kims großer Widersacher Trump letztlich reagieren wird. Bislang beließ es der US-Präsident bei Warnungen via Twitter, einer verstärkten Militärpräsenz in der Region und gemeinsamen Manövern mit Südkorea. Nun schob er noch die sibyllinische Erklärung nach, dass alle Optionen auf dem Tisch lägen. Ein Präventivschlag der USA würde unvermeidlich zu einem großen Krieg führen, in den Südkorea und China hineingezogen würden. Selbst dem launischen und unberechenbaren Präsidenten Trump ist hoffentlich klar, dass es bei einem derartigen Flächenbrand nur Verlierer gäbe. Denn mit ein paar gezielten Luftschlägen wäre es nicht getan. Nordkorea besitzt die viertgrößte Armee der Welt und hat eine Million Soldaten in Waffen. Die USA müssten sich in ein militärisches Abenteuer stürzen, das den Horror des Vietnamkriegs überträfe. Bei einer Invasion in Nordkorea ständen die Amerikaner direkt an der chinesischen Grenze.

Außerdem bestünde das Risiko, dass Kim – falls er mit dem Rücken zur Wand steht – seine Atomwaffen einsetzt. Das Gebot der Stunde lautet Deeskalation. Statt Botschaften zu twittern, die man als Androhung eines unmittelbar bevorstehenden Atomschlags verstehen kann, sollte Trump zum Telefon greifen und mit Kim direkt sprechen. Die Tatsache, dass Nordkorea die Drohungen aus den USA einfach ignoriert, heißt nicht zwangsläufig, dass der Diktator einen Handel ausschlägt, der sein Ego befriedigt und gleichzeitig die Kriegsgefahr bannt. Natürlich ist es nur eine vage Hoffnung. Doch hier könnte sich der US-Präsident endlich als großer Dealmaker beweisen. Mittelbayerische Zeitung

Kalkulierte Provokation

In der Korea-Krise schienen die Zeichen zuletzt auf Entspannung zu stehen, und im Weißen Haus glaubte manch einer doch tatsächlich, die harschen Drohungen von Präsident Donald Trump hätten Nordkoreas Diktator Kim Jong Un in die Schranken gewiesen. Das nennt man wohl eine krasse Fehleinschätzung. Kim hat nicht wirklich zurückgesteckt, und er weiß offenbar genau, wie weit er gehen kann. Seine jüngste Provokation beweist es. Die Rakete, die er abfeuern ließ, überflog zwar Japan. Kim hütete sich aber, das US-Territorium Guam ins Visier zu nehmen, wie er es noch unlängst angedroht hatte. Die größte Gefahr für Kim ist nicht militärisch, sondern ökonomisch. Solange die USA oder Südkorea nicht direkt angegriffen werden, wird Trump stillhalten. Dagegen bedroht die jüngste Verschärfung der Sanktionen Kims Macht. Aber auch hier kann der Diktator sich sicher sein, dass die Chinesen sein Regime im Ernstfall vor dem Zusammenbruch bewahren werden. Also wird Kim munter weiter Raketen und Atomsprengsätze testen lassen – um mit ihrer Hilfe dann später Zugeständnisse zu erpressen. Matthias Beermann – Rheinische Post

6 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Freitag, 8. September 2017, 13:34 um 13:34 - Reply

    Jobst, welchen Arsch meinen sie?
    Und welcher Arsch sollte seinen Arsch dafür hin halten?

  2. Jobst Montag, 4. September 2017, 23:49 um 23:49 - Reply

    Ist denn niemand zugegen, der diesem kranken Arsch endlich de Gnadenschuß gibt!

  3. Anonymous Montag, 4. September 2017, 10:46 um 10:46 - Reply

    Der böse, trampelige Trump kann den bösen Diktator Un nicht in den Griff bekommen.
    Na dann spotten wir vom Straubiger Tagblatt mal, bis der Atomkrieg los geht. Deutschland ist ja schön aussen vor, wir haben ja hier nur USamerikanischen Atombombenschrott gelagert und ein Stückchen Land an die US-Armee verpachtet, für ihre Militärbasis Ramstein, von wo sie ihr Kriegstreiben dann steuern werden, das ist ja auch praktisch für die USA, denn es wäre strategisch und sicherheitstechnisch doch viel ungünstiger, wen unsere Schutzmacht ihr mititärisches Zentrum im eigenen Land hätte, dann könnten sie uns ja nicht mehr so gut beschützen, wenn ihr Strategisches Zentrum unter Beschuss geraten würde.
    Schauen wir mal wie es weitergeht, die Aachener können sich ja schon mal über Onlinebezugsscheine Jodtabletten besorgen, zwar wegen einem kaputten Reaktor in der nähe, aber wenn es losgeht und es Versorgungsengpässe git, sind die Aachener bis zum Alter von 45 Jahren schon mal geschützt.

  4. Anonymous Montag, 4. September 2017, 10:22 um 10:22 - Reply

    Wir sind ja so besorgt über Kriegsprovokationen. Unsere Waffen, die wir Produzieren, sind ein Exportschlager, Letztes Jahr haben wir mal mehr Kleinwaffen, aber vor allem Munition produziert und exportiert und wir sind sehr besorgt über Kriegsprovokationen.

  5. Anonymous Sonntag, 3. September 2017, 20:17 um 20:17 - Reply

    Dazu brauche ich ausländische Nachrichten und etwas Geschichte aus den alternativen Medien. Die deutsche Lückenpresse liefert da ein falsches Bild. Und von Spott über Trump habe ich lang schon genug, und über Kim Jong Un brauche ich auch keinen Spott, auch wenn er ein bischen wie ein pausbäckiger Junge aussieht, und wenn der einen Atomkrieg anzettelt, hier auf der Erde, dann brauche ich erst Recht keine Journalisten, die sich in Spötteleien ergehen, bei ihrer Berichterstattung.
    Aber berichtet gerne mal darüber, wie Merkel mit ihrem Nashornhinterteil rumwatschelt und wie die aktuelle Modefarbe ihres Jäckchens genannt wird.
    Beim G20 ist sie mir als die am unpassendsden gekleidete Person aufgefallen. Und das als Gastgeberin.
    Oder berichtet darüber, wie de Maizière sich zum Rednerpult schleppt und beim Sprechen den Mund nicht richtig auf bekommt…

  6. Anonymous Sonntag, 3. September 2017, 19:55 um 19:55 - Reply

    Komisch, bei so was sind die Klimaschützer muksmäuschen still.
    Dabei sorgt die Herstellung und Benutzung von Kriegsgebrauchsgütern für einen hohen Anteil an planetarer Umweltverschmutzung, Zerstöhrung und Vergiftung von Lebensraum……

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