Kommen und kassieren: Ausbildungsabbrecher unter den Asylbewerbern

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Kommen und kassieren: Diese Jubelmeldung verbreitet sich wie ein Lauffeuer in Auswanderungsländern und nahöstlichen Flüchtlingslagern. Folge: Ein weiteres Anschwellen der Migrationsströme nach Europa.

Veröffentlicht am Montag, 13.06.2016, 16:02 von Uta Schmid

Die Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge steigt stark an. Kombiniert mit einer Verkürzung der Wartefrist kommen mehr Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge sowie Geduldete mit Arbeitsgestattung als Kundinnen und Kunden auf Arbeitsagenturen und Jobcenter zu. Der politische Wille Asylbewerber, Flüchtlinge und Geduldete schneller in Ausbildung und in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist in Gesetzesinitiativen sichtbar geworden. „Viele Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Vertreibung oder politischer Verfolgung zu uns kommen, bleiben für längere Zeit oder sogar für immer. Damit sie ihren Lebensunterhalt schnell selbst bestreiten können, braucht es verstärkte Unterstützung und Förderung bei der Arbeitsmarktintegration, insbesondere bei der Sprachförderung, und die gibt es nicht zum Nulltarif“, so Peter Clever, Vorsitzender des BA-Verwaltungsrats.

Aus Flüchtlingen werden Auszubildende

Bund und Handwerk wollen Flüchtlinge beim Weg in eine berufliche Ausbildung unterstützen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben dazu eine gemeinsame Qualifizierungsinitiative für junge Flüchtlinge gestartet. Ihr Ziel: Durch ein umfassendes Qualifizierungs- und Betreuungssystem sowie eine intensive fachliche Berufsorientierung und Berufsvorbereitung sollen Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge sowie Asylbewerber oder Geduldete mit Arbeitsmarktzugang an eine Ausbildung im Handwerk herangeführt werden.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, sagte: „Wir wissen, dass rund die Hälfte der Flüchtlinge unter 25 Jahre alt ist, viele von ihnen haben eine gute Bleibeperspektive. Ihre Integration kann gelingen, wenn wir sie dabei unterstützen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen und eine Ausbildung auch erfolgreich zu absolvieren. Sie sollen ihre Neigungen und Stärken kennen lernen, indem sie praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern sammeln. Entscheidend dafür sind eine frühe Berufsorientierung und eine Begleitung hin zu einem Ausbildungsplatz. Um dies zu erreichen, werden wir die Kompetenzen des Bundesbildungsministeriums, der Bundesagentur für Arbeit und des Handwerks gezielt bündeln. Junge Flüchtlinge sollen so ganz praktisch und im direkten Kontakt mit Betrieben auf eine Ausbildung im Handwerk vorbereitet werden.“

Der Vorsitzende des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, erklärte dazu: „Wenn wir Flüchtlinge in die Gesellschaft integrieren wollen, gelingt dies am besten über Arbeit und Ausbildung. Gerade im Handwerk gibt es viele Beschäftigungspotentiale. Mit unserem Programm ,Perspektive für junge Flüchtlinge im Handwerk‘ unterstützen wir deshalb bis zu 10.000 junge Menschen dabei, grundlegende Sprachkenntnisse und Berufskenntnisse im handwerklichen Bereich zu erwerben. Wir freuen uns, dass wir unsere Aktivitäten jetzt mit dem Bundesbildungsministerium und dem ZDH so abstimmen, dass viele junge Flüchtlinge eine Ausbildung im Handwerk absolvieren können.“

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, sagte: „Die Motivation der jungen Flüchtlinge ist hoch – mit einer Berufsorientierung und fachlichen Berufsvorbereitung in unseren Bildungsstätten wird ihnen der Schritt in die betriebliche Ausbildung gelingen. Über die Bildungsstätten des Handwerks haben wir die Chance, die jungen Flüchtlinge gezielt mit Handwerksbetrieben zu vernetzen und wollen sie so in Ausbildung bringen.“

Das Programm wendet sich an Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge sowie an Asylbewerber oder Geduldete mit Arbeitsmarktzugang. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm ist, dass die jungen Flüchtlinge nicht mehr schulpflichtig und unter 25 Jahre sind, über gute Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und sich im deutschen Ausbildungs- und Beschäftigungsmarkt orientieren können. Sie sollten deshalb einen Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie das Programm „Perspektiven für junge Flüchtlinge“ der Bundesagentur für Arbeit durchlaufen haben, das auf eine Feststellung ihrer Kompetenzen und eine allgemeine Berufsorientierung ausgerichtet ist.

In der anschließenden „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ bereitet das BMBF die jungen Flüchtlinge auf eine Ausbildung im Handwerk vor und setzt dabei auf eine vertiefte fachliche und praktische Berufsorientierung in den Bildungszentren des Handwerks. Auch hier steht die Kapazität für 10.000 junge Menschen bereit. Das Handwerk unterstützt den Praxisbezug durch betriebliche Praktika für die Teilnehmer der speziellen Berufsorientierung und stellt die Infrastruktur der Bildungsstätten zur Verfügung.

Das Programm ist zunächst auf 24 Monate angelegt. Ziel ist die Integration von bis zu 10.000 Flüchtlingen in eine Handwerks-Ausbildung. Für die Initiative stellt das BMBF in 2016 20 Millionen Euro zur Verfügung. Bundesministerium für Bildung und Forschung

Gauland: Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt herstellen!

Zur Debatte um die Konsequenzen für Ausbildungsabbrecher unter den Asylbewerbern erklärt der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland: „Wieder einmal geht es den großen Unternehmen in Deutschland nur ums Geld – und nicht um die Menschen oder die Einhaltung von Gesetzen. Man will möglichst viele billige Arbeitskräfte binden, um den eigenen Profit zu steigern. Dabei ist es völlig egal, ob derjenige Anspruch auf Asyl hat oder ob er eigentlich hätte abgeschoben werden müssen. Im Gegenteil: Scheinbar ist es den Arbeitgebern sogar ganz recht, vergleichsweise anspruchslose Asylbewerber einzustellen. Sollten diese dennoch die angestrebte Ausbildung in einem Konzern abbrechen, soll darüber hinaus nach ihren Wünschen die Sozialkasse einspringen und für die Kosten aufkommen.

Das ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Erstens muss jeder, der in Deutschland keinen Anspruch auf Asyl hat, umgehend abgeschoben werden. Da sollte man auch der Profitgier der großen Konzerne nicht nachgeben und abgelehnte Asylbewerber aufgrund eines Ausbildungsplatzes zu Lasten anderer Bewerber in Deutschland bleiben lassen.

Zweitens kann es nicht sein, dass die Konzerne nun auch noch Teile der Kosten, die die Ausbildungsabbrecher unter den Asylbewerbern verursachen, erstattet bekommen wollen. Vielmehr sollte die Bundesregierung gemeinsam mit den Arbeitgebern sich dafür einsetzen, dass jeder, der in Deutschland lebt, die gleichen Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhält – denn das ist momentan mitnichten der Fall.“ Alternative für Deutschland

„Problem-Lösung“

Wer eine Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylwerber fordert, tischt keine Lösungen auf, sondern neue Probleme. Denn derzeit verbringen (die zumeist gering qualifizierten) Asylwerber die Wartezeit auf ihren Bescheid in staatlicher Grundversorgung. Im Fall einer Öffnung des Jobmarktes kämen aber schon Asylwerber in den Status arbeitswillig, aber arbeitslos — sprich: es wäre der Zugriff auf eine Palette an Sozialleistungen gegeben. Dabei sind viele Bundesländer gerade gezwungen, selbst für Asylberechtigte Sozialleistungen zu kürzen.

Kommen und kassieren: Diese Jubelmeldung verbreitet sich wie ein Lauffeuer in Auswanderungsländern und nahöstlichen Flüchtlingslagern. Folge: Ein weiteres Anschwellen der Migrationsströme nach Europa.

Zudem sind Asylwerber derzeit keinesfalls zum Nichtstun verpflichtet. Es braucht nur die Initialzündung für gemeinschaftliche Arbeiten durch lokale Akteure in der Gemeinde. Allerdings: Es bleibt bei einem Taschengeld von 110 Euro monatlich — im Vergleich zu vielen Herkunftsländern aber eine Besserstellung. Harald Gruber, Neues Volksblatt

1 Meinung bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Montag, 13. Juni 2016, 22:41 um 22:41 - Reply

    Es geht bei der gegenwärtigen Massenzuwanderung nicht um die Sanierung der Sozialsysteme oder gar um Hilfe für Menschen in Not; es geht um den Wahn westlicher Linksintellektueller, die europäischen Gesellschaften umzukrempeln, sie „bunter“, „internationaler“, „spannender“ zu machen. Ein Anschlag auf alles was Deutschland bisher als lebenswertes Land auszeichnete.

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