Kanzlerkandidatur Schulz: Eine Diva ließ sich bitten

Möchtegern Eliten

Im Willy-Brandt-Haus wurden Martin Schulz Ambitionen Kanzler werden zu wollen bereits dementiert. Schulz kämpfte heimlich um eine weitere Amtszeit als EU-Parlamentschef. Aus dem Europäischen Parlament hieß es, dass seine Priorität eigentlich Brüssel gewesen sei.

Veröffentlicht am Montag, 02.01.2017, 14:06 von Tabea Schrader

Auf geht’s ins Superwahljahr! Drei Landtagswahlen, darunter die im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen – eine Bundestagswahl im Kleinen sozusagen. Und dann im September der richtige Showdown. Angela Merkel gegen . . .? Ja, gegen wen eigentlich? Die Genossen halten sich nach wie vor bedeckt. Sigmar Gabriel oder Martin Schulz, es darf weiter spekuliert werden? Ein Armutszeugnis und zugleich symptomatisch für die ratlos wirkende Partei. Die SPD hat weder einen klaren Kurs noch einen chancenreichen Kanzlerkandidaten, der es mit Merkel aufnehmen könnte. Dabei ist auch die längst nicht mehr alternativlos. In der Union rumort es – Merkel bekommt das immer öfter zu spüren. Nutzen wird das der SPD wohl kaum. Vielleicht werden sie sogar als Juniorpartner von den Grünen abgelöst? Zuvor aber wird ein neuer Bundespräsident gewählt. Spannend ist das erst recht nicht. Aus dem zwar populären aber drögen Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird Deutschlands Staatsoberhaupt. Und damit ein Mann des Mut machenden Wortes? Nach fünf Jahren Gauck eine sehr schwere Aufgabe. Leider also kein politischer Freigeist und auch keine Frau. Statt dessen Parteiengeschacher wie üblich. Kein Wunder, dass wieder die Frage aufkommt: Brauchen wir dieses Amt eigentlich noch? Hans-Ulrich Brandt – Weser-Kurier

Martin Schulz und die Kanzlerkandidaten-Frage der SPD

Alle paar Tage wird darüber spekuliert, ob Martin Schulz nun Kanzlerkandidat der SPD wird, ob er noch will, darf, soll. Oder dass doch bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr Parteichef Sigmar Gabriel ins Rennen geht, weil er qua Amt das erste Zugriffsrecht hat, weil er nicht noch einmal einem anderen den Vortritt überlassen kann. Die muntere Kaffeesatzleserei, bei der manches Medium mal so und mal so berichtet, wird zunehmend lächerlich. Abwarten und Tee trinken. Die SPD hat sich ihren Fahrplan gegeben. Punkt. Den kann man durchaus für falsch halten, da das Herauszögern der Entscheidung die Spekulationen zur K-Frage beflügelt. Außerdem war es zuletzt so, dass einige Genossen aus der Führungsetage bewusst oder unbewusst die Debatte über den potenziellen Merkel-Herausforderer angeheizt haben. Fakt ist: Es gibt gute Gründe für die SPD, mit Schulz anzutreten – seine neue Beliebtheit, seine Ferne zum Berliner Politbetrieb, seine europäische Erfahrung. Und es gibt gute Gründe, dass Gabriel es macht- er ist der Parteichef, er kennt die Schwächen der Kanzlerin, er kann Wahlkampf. Vor allem aus Sicht derjenigen, die sich bei der übernächsten Bundestagswahl bessere Chancen auf den Job im Kanzleramt ausrechnen (Nahles, Scholz, Schwesig), ist Gabriel erste Wahl.

Abwarten und Tee trinken

Aber die Genossen lassen sich nicht erweichen. Sie bleiben dabei, dass sie erst Ende Januar die offizielle Präsentation ihres Kandidaten vornehmen wollen. Und so lange weder Gabriel noch Schulz die Frage klar beantwortet, wer von ihnen Kanzler werden will, sollte man zähneknirschend das rote Prozedere akzeptieren. Es ist jedenfalls kein Ausdruck von Qualitätsjournalismus, wenn man vage und ohne konkrete Quellen diese leidige Debatte immer wieder anstachelt und die Öffentlichkeit damit nervt, statt informiert. In Zeiten, in denen der Journalismus ohnehin kritisch wie nie gesehen wird, gilt das umso mehr. Lausitzer Rundschau

Eine bizarre Debatte wie die um den Schulabschluss von Martin Schulz zeigt, welch ein krankhaftes Elitedenken in die Gesellschaft eingezogen ist. Ein anderes Beispiel sind die Piloten der Lufthansa, die ihre Privilegien auf Kosten der großen Mehrheit ihrer Kollegen und auf dem Rücken der Passagiere bewahren wollen. Genau gegen solch Rosinenpicken der Bessergestellten sind einst die Industriegewerkschaften gegründet worden, als Bestandteil einer solidarischen, nicht elitären Gesellschaft. Sie zurück zu erobern ist ein lohnendes Ziel, hinter dem sich eine breite Mehrheit der Bundesbürger versammeln kann. Dazu bedarf es nicht der rechtspopulistischen Scharlatane, deren amerikanisches Vorbild Donald Trump zeigt, was von ihren Versprechen zu halten ist. Mitteldeutsche Zeitung

4 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Montag, 2. Januar 2017, 17:01 um 17:01 - Reply

    Schulz, ich sage es noch einmal, den braucht niemand!!!

  2. armer Rentner Montag, 2. Januar 2017, 15:40 um 15:40 - Reply

    Dieser Sozi leidet gewaltig an Selbstüberschätzung.

  3. Anonymous Montag, 2. Januar 2017, 14:46 um 14:46 - Reply

    Unwählbar.

  4. Anonymous Montag, 2. Januar 2017, 14:45 um 14:45 - Reply

    Wie, was soll zurückerobert werden, wofür es nicht der rechtspopulistischen Scharlatane bedarf, deren amerikanisches Vorbild Donald Trump (dem die Mehrheit der Deutschen ablehnend gegenüberstehen, wie eine Umfrage kürzlich belegte) ZEIGT, was von IHREN Versprechen zu halten ist ?
    Donald Trump zeigt, was von den Versprechen rechtspopulistischer Scharlatane zu halten ist ? Ach, was zeigt er denn? Wen nennen sie denn hier Scharlatan?
    Und wen noch?

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