Gauland: Genosse Schulz ist eine Schande für Deutschland

SPD-Erfolg mit Placebo

Mehrheit der Deutschen weiß noch nicht, wofür Schulz steht. Liegt es an Martin Schulz – oder an seinem Links-Kurs? Die SPD ist wieder auf der Erfolgsspur. Gut vier Wochen nach seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten fordert der Sozialdemokrat Korrekturen an der Agenda 2010. Doch was bringen die Vorschläge? Und in welchen möglichen Koalitionen lassen sie sich umsetzen? Wie tickt der SPD-Kanzlerkandidat?“ – das erste dokumentarische Portrait des Hoffnungsträgers. phoenix-Kommunikation

Veröffentlicht am Donnerstag, 02.03.2017, 14:50 von Uta Schmid

Für Martin Schulz und die SPD scheint es derzeit kein Halten mehr zu geben. Jetzt sind die Sozialdemokraten nach mehr als zehn Jahren sogar im ARD-Deutschlandtrend an der Union vorbeigezogen. Darüber dürfen sich die Genossen – nach jahrelanger Umfragen-Schmach – zumindest für einen Augenblick uneingeschränkt freuen. Damit der süße Wein des Erfolgs aber nicht gleich zu Kopf steigt, gehört schnell etwas Wasser hineingegossen: Denn Schulz‘ Ankündigung, die Agenda-Reformen teils zurückzudrehen, ist in Wahrheit nichts weiter als eine Placebo-Pille. Pünktlich zu Beginn seiner Tour durch den Osten der Republik (wo es viele Agenda-Gegner gibt) schlägt Schulz vor, dass Arbeitslose länger Arbeitslosengeld I bekommen sollen – und erntet dafür, welch Überraschung, die Zustimmung der Mehrheit. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass es lediglich um wenige Monate gehen wird. Den Betroffenen wäre damit im Zweifel nicht geholfen, im Wahlkampf aber klingt es für viele toll. Einziger Wermutstropfen für die SPD: Die Werte reichen weiterhin nicht für ein rot-rot-grünes Bündnis. Jan Drebes

CDU-Politiker Reul bezeichnet SPD-Kanzler-Kandidaten Schulz als „selbstverliebten Egomanen“

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Der Vorsitzende der CDU/CSU im Europäischen Parlament, Herbert Reul, hat massive Kritik an SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und dessen Plan geübt, die Agenda 2010 in Teilen zurückzunehmen. „Martin Schulz ist ein selbstverliebter Egomane, so etwas kennen wir derzeit eher aus Washington“, sagte Reul der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). Der SPD-Kanzlerkandidat sei kein Heilsbringer, sondern ein Brandstifter. Reul erinnerte an Schulz‘ Rolle bei den Verhandlungen um das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada, Ceta: Erst habe Schulz bei den Ceta-kritischen Ländern Feuer gelegt, um es dann öffentlichkeitswirksam auszutreten. Zudem habe Schulz in seiner Zeit als EU-Parlamentspräsident bei der Vereinbarung mit den Konservativen über den Posten des künftigen Parlamentschefs sein Wort gebrochen. „Martin Schulz ist nicht zuverlässig“, sagte Reul.

Schulz‘ falsche Agenda

Der SPD-Kanzlerkandidat wandelt auf den Spuren des früheren NRW-Regierungschefs Jürgen Rüttgers. Der CDU-Mann, der sich als soziales Gewissen der Union verstand, hatte 2008 zusammen mit dem damaligen SPD-Chef Kurt Beck die Verlängerung des Arbeitslosengelds auf 24 Monate für über 58-Jährige durchgesetzt. Der damalige SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering nannte das übrigens Populismus. Schulz‘ Agendavorstoß ist Taktik. Er streichelt den großen Teil der SPD-Wählerschaft, der immer noch mit den Sozialreformen hadert. Dabei müsste es um Qualifikation und Umschulung gehen, eine andere Personalkultur. Die erfahrenen Kollegen werden mehr denn je gebraucht. Zugleich gibt es so viele offene Stellen wie nie. Man würde vom künftigen SPD-Chef gerne etwas über die tatsächlichen Ungerechtigkeiten hören, geringe Bildungschancen für Migrantenkinder, Mini-Entlohnung von Erziehern, Krankenschwestern, Polizisten, Grundschullehrern. Die Unterversorgung des ländlichen Raums. Die fehlenden Kitas. Die Vorsorgelücke bei Frauen. Darüber redet Schulz leider nicht. Rheinische Post

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland geht mit den Äußerungen, die SPD-Kanzlerkandidat Schulz anlässlich des politischen Aschermittwochs getätigt hat, hart ins Gericht:

„Indem Schulz die AfD und deren Anhänger als Schande für die Bundesrepublik tituliert, grenzt er Millionen von Menschen aus und spaltet die Gesellschaft. Das ist wahrhaft schändlich und hat mit einem gesunden Demokratieverständnis nichts mehr zu tun. Mit seiner maßlosen Selbstgerechtigkeit schadet er Deutschland nach innen, wie nach außen. Allen, die nicht seiner Meinung sind, wirft er unverhohlen Demokratiefeindlichkeit vor und erklärt sie zu Unmenschen.

Schulz betätigt sich als Demagoge von der rüpelhaftesten Sorte. Mit seinen Äußerungen liefert er gewaltbereiten Linksextremisten die vermeintliche Rechtfertigung für ihre Angriffe auf die AfD und ihre Mitglieder. Erst vergangene Nacht ereignete sich wieder ein Brandanschlag auf die AfD. Diesmal traf es den Wagen der Familie des rheinland-pfälzischen AfD-Fraktionsvorsitzenden Uwe Junge. Solche Taten sind leider keine Einzelfälle. Die SPD-Brandrhetorik von Schulz und seinen Genossen gegenüber der AfD ist hetzerisch und durch nichts zu rechtfertigen. Die Gewalttäter, die den demokratischen Wettbewerb unterbinden wollen, sind die wahren Feinde der Demokratie. Von Schulz hört man kein Wort der Distanzierung, stattdessen macht er sich verbal mit diesen gemein.

Ich hoffe nicht, dass dies das Niveau ist, das Martin Schulz für seinen Wahlkampf anpeilt.“ Alternative für Deutschland

N24-Emnid-Umfrage zum Duell Merkel-Schulz

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz eilt von Umfragehoch zu Umfragehoch – aber wissen die Wähler eigentlich, wofür der sozialdemokratische Hoffnungsträger inhaltlich steht? Wie finden die Deutschen die angekündigten Korrekturen an der Agenda 2010? Und gibt es überhaupt eine Wechselstimmung, die Angela Merkel die künftige Amtszeit kosten könnte?

In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage geben 67 Prozent der Befragten zu, sie wüssten gar nicht so genau, für welche Politik Martin Schulz eigentlich steht. Nur 30 Prozent glauben sicher zu wissen, was er inhaltlich fordert.

Mit der Forderung nach Korrekturen an der Agenda 2010 hat sich Martin Schulz inhaltlich positioniert – und 43 Prozent der Deutschen finden das „eher gut“ (bei den SPD-Wählern liegt die Zustimmung sogar bei 73 Prozent). 25 Prozent der Deutschen finden die angekündigte Aufweichung der Agenda 2010 „eher schlecht“ (Ablehnung bei den SPD-Wählern: 11 Prozent).

Aber hat Martin Schulz wirklich eine Chance auf die Kanzlerschaft? Durchaus, meinen die meisten Deutschen: 71 Prozent der Befragten glauben an eine politische Wechselstimmung im Land. Nur 19 Prozent sehen keine Wechselstimmung. Martin Schulz will ins Kanzleramt – so viel steht fest. Aber wie ist es mit der amtierenden Kanzlerin? Hat Angela Merkel überhaupt noch Lust aufs Regieren? 37 Prozent der Befragten finden, Merkel wirke „eher amtsmüde“. 54 Prozent der Deutschen meinen, sie habe noch immer „genügend Elan“. Quelle N24 / Emnid. N24 Programmkommunikation

14 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Montag, 6. März 2017, 13:57 um 13:57 - Reply

    Herr Gauland, sie sind eine Schande für ihr Geschlecht.

  2. Angela Samstag, 4. März 2017, 15:46 um 15:46 - Reply

    Herr Gauland, ich kreide Ihnen an, dass Sie einen Machtkampf innerhalb der AfD „lossgetreten“ haben und Frau Petry versuchen, mit allen nur möglichen Begebenheiten zu zu schaden! Sie sind ein alter Sack mit einer lächerlichen „Jagdhundekrawatte!; bin mir absolut sicher, dass Sie kein Jäger sind, sondern nur in vielerlei Bereichen, ein „Schaumschläger“! Warum schaden Sie der AfD?! Ihre Alterseitelkeit ist zum KOTZEN! – Haben Sie nichts anderes vorzuweisen!- Würde es sehr, sehr begrüssen, wenn Sie endlich in einem Senioren-Heim Ihre Heimat finden würden und einmal endlich Ihre Klappe halten würden!!! Der Zenit Ihrer Zeit, wenn Sie denn einmal hatten, ist längst überschritten und total überaltert!

    • Anonymous Montag, 6. März 2017, 19:31 um 19:31 - Reply

      Hört sich an wie Verschulzerei! Wer Gauland das Lebensalter vorwirft, der qualifiziert gleichzeitig gleichaltrige oder ältere Wähler ab. Kann sich Parteichefin Petry nicht leisten. Die AfD braucht jede einzelne Stimme.
      Aber Frauke Petry muss jetzt liefern. Sie hat keine Themen, seit Monaten nicht. Noch zwei Monate bis zur wichtigen NRW-Wahl und Markus Pretzell scheint nicht zu existieren.
      Keine Themen, keine Standpunkte, keine Aktivitäten – einfach nichts. So kommt man nicht einmal über die 5%- Hürde. Frauke Petry muss liefern.

      • Anonymous Montag, 6. März 2017, 23:32 um 23:32 - Reply

        Das ist so nicht wahr. Wähler sind Wähler und Politiker sind Politiker. Von Wählern wird erwartet dass sie wählen. Von Politikern wird weit mehr erwartet.
        Wenn Herr Gauland provoziert indem er sich in die Vormachtstellung begibt und sich wie selbstverständlich bedienen lassen möchte, könnte ein Seniorenheim schon das passende für ihn sein.
        Was hat er denn geliefert? Bei einem Gesamtvergleich könnte er nicht nur alt sondern auch blass aussehen neben Frauke Petry.
        Und die Krawatte ist kindisch und lächerlich.
        Frauke Petry ist schwanger.
        Man puscht Schwangere nicht, zu liefern.

      • Anonymous Montag, 6. März 2017, 23:47 um 23:47 - Reply

        Dann muss Markus Pretzel Frauke Petry beim Liefern helfen. Er hat sie geschwängert, er steht in der Pflicht.
        Oder soll sie liefern, weil sonst niemand etwas zum liefern hat?
        Es wäre ein Drama, wenn er auf sie angesetzt worden wäre, um sie an den Herd zu drängen, damit Gauland und Co. ihre Lorbeeren unter sich aufteilen können.

        • Anonymous Mittwoch, 8. März 2017, 0:21 um 0:21 - Reply

          Und wenn es anders herum wäre, so dass die Heirat und die Schwangerschaft eine Inszenierung gewesen ist, ein Mittel zum Zweck, …oh je, da fehlen mir die Worte…..

      • Anonymous Dienstag, 7. März 2017, 0:13 um 0:13 - Reply

        Ist Frauke Petry denn die einzige Person, in der Afd die Ideen haben und liefern kann. Hat man sich in der Vergangenheit von ihr beliefern und bedienen lassen?
        Ist siw die Ideenwerkstatt der AfD?
        Na dann unterstützt man sie beim Liefern und fordert nicht quängelnd und herrisch mehr.

      • Anonymous Dienstag, 7. März 2017, 9:41 um 9:41 - Reply

        Ich habe Videos gesehen, im denen Frauke Petry vor wenigen Tagen zum Wahlkampfauftakt gesprochen hat. Das ist nicht Monate her. Ihre Aussage ist falsch. Außerdem wirft Angela Gauland nicht das Lebensalter vor, sondern parteischädigende Alterseitelkeit. Sie zieht nicht über alte Leute im allgemeinen her, sondern bezieht sich ganz klar und deutlich auf Herrn Gauland. Das hat mit der Abqualifizierung von Wählern gleichen Alters wie Gauland und auch älteren nichts zu tun.

      • Anonymous Mittwoch, 8. März 2017, 0:17 um 0:17 - Reply

        Wer sagt denn dass sie liefern muss?
        Ihr evangelischer Christengott?
        Dann könnte sie sich doch im Gebet an ihn wenden.
        Notfalls könnte sie sich ja auch Ideen kaufen.
        Machen andere Politiker auch.
        Die Kreativität könnte vorübergehend gebunden sein, weil sie einen Menschen produziert. Kreativität lässt sich nicht erzwingen und mit der Schöpfung lässt sich nicht verhandeln.

      • Angela Mittwoch, 8. März 2017, 9:25 um 9:25 - Reply

        Sorry, ich wollte Sie gewiss nicht beleidigen, bin aber dafür, dass endlich einmal junge Menschen unsere Politik gestalten! Es ist doch mehr als klar zu erkennen, wie die Überalterung der „Berliner Riege“ sich auf die Politik ausgewirkt hat; da wird geschachert, Posten vergeben, weil man nett zusammen gesessen hat etc. Nur noch Filz. Ich bin absolut für eine „junge“ Runderneuerung und bewundere den Mut, die Tatkraft und das Wissen von einer Frau Dr. Petry!

        • Anonymous Samstag, 1. April 2017, 19:53 um 19:53 - Reply

          Hören sie auf sich zu entschuldigen, sie haben Recht, auch wenn es etwas unschön und übertrieben raus geplatzt ist. Überdruck kann nicht gepflegt und kontrolliert abgelassen werden. Ein Ball der unter Wasser gedrückt wurde wird hoch springen, wenn er losgelassen wird.
          Frauen sind in unserer Gesellschaft diesbezüglich im Nachteil. Es wird ihnen nicht gestattet in Übung zu kommen. Sie sollen nett und adrett, dienstbar und ausgeglichen sein.
          Man kann einen Stein nicht bearbeiten, indem man ihm nett zuredet, oder ihn streichelt, man muss zuschlagen, sonst tut sich nichts. Gezieltes zuschlagen ist Übungssache, genauso wie gezielte Klavierspielen. Mann muss es oft tun, um die Fertigkeit zu erlernen. Frauen können das ebenso gut lernen, wie Männer, und es kommt nicht auf die Größe an.

        • Anonymous Samstag, 1. April 2017, 20:36 um 20:36 - Reply

          Anonymous war nicht beleidigt, er hat sie geschickt benutzt.

  3. Anonymous Samstag, 4. März 2017, 6:44 um 6:44 - Reply

    Schulz wäre mir lieber als nochmal Merkel. Einen größeren Schaden wird er nicht machen können als die.Ich komme mir solangsam vor wie in der DDR. Die regiert sonst noch mit 90.

    • Anonymous Montag, 6. März 2017, 23:38 um 23:38 - Reply

      Vielleicht wird er keinen größeren Schaden anrichten können als sie. Er wird aber noch eins drauf setzen können und Merkels Schaden multiplizieren oder sogar potenzieren können, ohne es zu wollen, weil die Weichen so gestellt sind.

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