Besuch von Angela Merkel bei US-Präsident Donald Trump

Heikle Mission - Merkel bei Trump

Seit gut 50 Tagen ist US-Präsident Donald Trump im Amt, jetzt besucht Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn zum ersten Mal im Weißen Haus. Eine heikle Mission, denn die politischen Differenzen sind gewaltig. Gerade beim Thema Handelspolitik. Da Deutschland weit mehr in die USA exportiert, als es dort einkauft, hat Washington den daraus entstehenden deutschen Handelsüberschuss zuletzt scharf kritisiert und mit Importzöllen gedroht. Wie wird das erste Aufeinandertreffen der beiden Regierungschefs verlaufen? Stimmt die Chemie zwischen Merkel und Trump? Mit welchen Ergebnissen kommt Merkel aus den USA zurück?

Veröffentlicht am Dienstag, 14.03.2017, 9:16 von Domenikus Gadermann

Es ist die erste Begegnung zweier Staatenlenker, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Bundeskanzlerin Angela Merkel reist zum ersten persönlichen Treffen mit US-Präsident Donald Trump nach Washington. Angela Merkel will ausloten, wie die zukünftige wirtschaftliche Zusammenarbeit aussieht – auch, um sich auf den G20-Gipfel im Juli in Hamburg vorbereiten zu können, bei dem es um Wirtschaftspolitik gehen soll.

Passend zum Thema

Es ist ein Zusammentreffen, dass sich beide Politiker nicht gerade herbei gesehnt haben. Bis heute zieht Trump eine direkte Linie von Merkels Flüchtlingspolitik zur Terrorgefahr. Umgekehrt strafte Merkel Trump während des US-Wahlkampfes mit Schweigen. Zum Wahlsieg verband sie ihre Gratulation mit einer Mahnung an Trump, die demokratischen Grundwerte zu beachten. Weil sie weiß, dass Trump eher auf Geschäftsleute hört und um dem Wunsch nach einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA Ausdruck zu verleihen, lässt sich Merkel bei ihrer Reise von Siemens-Chef Joe Kaeser und BMW-Chef Harald Krüger begleiten. Die beiden Konzernchefs sollen dabei helfen, eine gute Gesprächsatmosphäre mit dem ehemaligen Unternehmer Trump zu schaffen.  phoenix-Kommunikation

Die Kanzlerin versteht sich im Umgang mit schwierigen Männern. Das hat Merkel in ihrem Verhältnis zum russischen Präsidenten Wladimir Putin ebenso bewiesen wie in dem zum türkischen Regierungschef Recep Erdogan. Diese Erfahrung hilft Merkel dabei, einen Draht zum neuen US-Präsidenten zu entwickeln. Obwohl Trump die Kanzlerin zum Lieblingsfeindbild in Europa stilisiert hat. Sie sei eine schwache Führerin, die in der Flüchtlingspolitik einen „katastrophalen Fehler“ gemacht habe. Die Aufnahme mehrerer Hunderttausend Syrer sei „ein Desaster“ für Deutschland. Merkel „ruiniere“ damit ihr Land. Die Kanzlerin lässt die Tiraden an sich abperlen. Sie versteht instinktiv, das Nichtbeachtung die größte Strafe für Narzissten ist. Stattdessen beschwört sie die Nato, die Europäische Union und die Vereinten Nationen, preist den Freihandel und erinnert an den Wert von Bürger- und Menschenrechten.

Während sich „Lady Liberty“ auf Ellis Island angesichts von Muslim-Bann, Mauer-Bau und Migranten-Hatz die Augen aus dem Kopf heult, hält Merkel die Fackel der Freiheit hoch, die ihr Barack Obama bei seinem Abschiedsbesuch in Berlin sinnbildlich in die Hand gedrückt hatte. Nach sieben Wochen Trump im Weißen Haus ist klarer denn je: Die Zukunft der liberalen Demokratie wird im Westen Europas verteidigt. Dieser Präsident arbeitet offen gegen die weitere Integration des Kontinents, zweifelt an dem westlichen Verteidigungsbündnis und setzt auf Protektionismus. Angela Merkel hat längst verstanden, dass Trump darauf abzielt, Berlin und Brüssel gleichermaßen zu schwächen. Als Hebel benutzt er die Förderung rechtspopulistischer Kräfte in den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien, während er gleichzeitig versucht, alte Ressentiments gegen die Macht in der Mitte Europas zu schüren. Merkels Mission in Washington besteht darin, das Schlimmste zu verhindern. Dafür braucht es Ansatzpunkte. Es gehe darum, heißt es in der Sprache der Diplomaten, gemeinsame Interessen zu besprechen und möglichst zu identifizieren. Gemessen an den engen transatlantischen Beziehungen der vergangenen sieben Jahrzehnte klingt das mehr als bescheiden.

Dankbar wird registriert, dass Verteidigungsminister James Mattes die Nato nicht für obsolet hält, und Sicherheitsberater H.R. McMaster mit Fiona Hill eine Russland-Expertin ins Weiße Haus geholt hat, die nicht bei Wladimir Putin auf dem Schoß saß. Ob Trump die Hand der Kanzlerin höflich hält (Teresa May) oder fast zerdrückt (Shinzo Abe), spielt am Ende weniger eine Rolle, als wie er sich zum Handelsüberschuss des Exportweltmeisters und den Verteidigungsleistungen im Bundeshaushalt verhält. Der „America-First“-Nationalist im Weißen Haus hat in der Vergangenheit unmissverständlich klargemacht, dass er an dieser Stelle Entgegenkommen verlangt. Merkel muss deutlich machen, dass nicht Handelsschranken, sondern überzeugende Produkte und Dienstleistungen Defizite verringern. Konzerne wie Apple, Google und Starbucks finden schon heute in Europa einen attraktiven Markt. Hinsichtlich der Verteidigungsausgaben liegt es im Eigeninteresse Europas mehr zu tun. Nicht nur im Budget, sondern vor allem auch bei der dringend nötigen Integrierung der Streitkräfte und dem Aufbau einer europäischen Verteidigungsidentität. Wenn es Merkel gelingt, Trump davon abzubringen, die liberalen Demokratien des Westens weiter zu unterminieren, wäre die Reise nach Washington ein Erfolg. Mittelbayerische Zeitung

Kanzlerin muss beim US-Präsidenten Menschenrechte entschieden verteidigen

Grüne fordern Klimaschutz als Top-Thema – Appell vor erstem Treffen Merkels mit Trump

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor dem ersten Treffen mit US-Präsident Donald Trump zu entschiedener Verteidigung der Menschenrechte und eines „gerechten Welthandels“ aufgefordert. Auch wenn Europa und die USA ein gemeinsames Interesse an guten und freundschaftlichen Beziehungen hätten, dürfe Deutschland dafür „nicht seine Werte aufgeben“, sagte Barley der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Das muss die Kanzlerin dem amerikanischen Präsidenten unmissverständlich deutlich machen“, betonte die SPD-Generalsekretärin.

Sollten sich die USA weiter abschotten, müsse es darauf eine gemeinsame europäische Antwort geben. „Gemeinsam haben wir in Europa eine laute Stimme, die auch auf der anderen Seite des Atlantiks Gehör finden wird“, hob Barley hervor. Nationale Alleingänge seien dagegen der „denkbar schlechteste Weg in einer globalisierten Welt“.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, bei dem Gespräch mit dem US-Präsident den Klimaschutz zum Top-Thema zu machen. „Es wäre ein starkes Signal gewesen, wenn nicht nur Wirtschaftsbosse, sondern auch deutsche Klimaforscher die Kanzlerin begleitet hätten“, sagte Hofreiter der „NOZ“. Die Kanzlerin müsse den Präsidenten an internationale Verpflichtungen erinnern. Trump sei der „weltweit mächtigste Leugner der Klimakrise“ und wolle „zurück ins Fossil-Zeitalter“. Er erwarte, dass die Kanzlerin die Versuche des Präsidenten kritisiere, unabhängige Forscher mundtot zu machen, sagte der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion. Schließlich hätten auch die USA das Klimaschutzabkommen von Paris unterzeichnet. Neue Osnabrücker Zeitung

10 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Mittwoch, 15. März 2017, 23:20 um 23:20 - Reply

    Trump sollte sich von ihr nicht Küsschen geben lassen und Backen streicheln lassen!!!

    • Anonymous Mittwoch, 15. März 2017, 23:22 um 23:22 - Reply

      Ja, womöglich hat sie Gift auf den Fingern, und weiß es selbst nicht.

  2. Anonymous Mittwoch, 15. März 2017, 22:19 um 22:19 - Reply

    Wetterfront. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

  3. Anonymous Mittwoch, 15. März 2017, 21:56 um 21:56 - Reply

    Ach, die Kanzlerin versteht sich im Umgang mit schwierigen Männern? Tut sie das? Ist das so? Wann und wie ist sie denn mit schwierigen Männern umgegangen? Dieses Antiweib.

    • Anonymous Samstag, 18. März 2017, 21:15 um 21:15 - Reply

      Sie lässt sie auflaufen und missbraucht ihr Geschlecht dazu. Sie kokettiert ohne Ende rum bis dem männlichsten Mann die Lust vergeht. Das ist alles.

  4. Anonymous Mittwoch, 15. März 2017, 21:51 um 21:51 - Reply

    Jou, Hofreiter, dekadenter Fettkopf.
    Muttermilchbank einrichtern, Muttermilch zapfen und vermengen und dann abgeben an Mütter, denen nicht beigebracht wurde wie man sein Kind richtig stillt. Und nebenbei vertuschen dass die Muttermilch durch Umweltgifte verseucht und vergiftet wurde und wird..
    Warum habt ihr den Hebammen das Handwerk gelegt?

    • Anonymous Mittwoch, 15. März 2017, 22:16 um 22:16 - Reply

      Dummnickel, Drückeberger, Vorteilsnehmer, Mitschwimmer.
      Das iss er, der Hofreiter.

    • Anonymous Mittwoch, 15. März 2017, 22:52 um 22:52 - Reply

      Und, Herr Hofreiter? Würden Sie ihren Biolachs noch genießen können, wenn Sie wüssten, dass der Biofisch von einem Freiluftfischficker in einem Bordell der Zukunft, verzweifelt zu Tode kam, als der sexuell identitäre Freiluftfischficker gerade seinen Abgang hatte?

  5. Anonymous Mittwoch, 15. März 2017, 21:42 um 21:42 - Reply

    Wie, sie muss bei ihm Menschenrechte verteidigen? Merkel?
    Na, so wie es aussieht hat der Wettergott da wohl noch ein Wörtchen mit zu reden.

  6. Anonymous Mittwoch, 15. März 2017, 12:58 um 12:58 - Reply

    Oh wie öde und jämmerlich. Ihr redet Merkels Verhalten gegenüber Trump, nach seinem Wahlsieg schön.
    Dermaßen als Versagerin hat sie dagestanden, nachdem die Anti-Trump Propaganda in Deutschland nicht gereicht hat und alle die ihr gefolgt sind enttäuscht wurden vom Ausgang der Wahlen.

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