AfD läutet eigene Totenglocke

Posted on Jul 5 2015 - 1:34pm by Magnus Hoffestett

Der erbitterte Machtkampf in der Alternative für Deutschland ist entschieden: Der Parteigründer und das bekannteste Gesicht der Truppe, Bernd Lucke, hat deutlich verloren. Warum er gescheitert ist, ja im Politikbetrieb geradezu scheitern musste, das weiß der Hamburger Professor selbst. Er hat es in analytischer Schärfe erkannt und beim vorherigen Parteitag in Bremen öffentlich gemacht: Er sei kein „Team-Player“. Die Fähigkeit zum Dialog, zum Ausgleich, ja zum Kompromiss ist unabdingbar für einen Parteichef. Dies gilt umso mehr für den Chef einer jungen, einer werdenden Partei. Sonntag aktuell

AfD und Rechtsextremismus

Unmittelbar vor dem AfD-Parteitag, der eine Entscheidung im Streit um Führungspersonen und programmatische Positionen bringen sollte, war eine deutliche Mehrheit (63 Prozent) der Deutschen der Auffassung, dass sich die AfD nicht genügend von rechtsextremen Inhalten und Mitgliedern abgrenzt, lediglich 12 Prozent gehen hier von einer ausreichenden Distanzierung aus.

„Eine zutiefst rechtspopulistische Veranstaltung“

Fahimi: Diese Partei zerlegt sich in atemberaubenden Tempo

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi erwartete vor dem Parteitag der „Alternative für Deutschland“ (AfD), dass sich die Partei „in einem atemberaubenden Tempo zerlegt“. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) sagte sie, der Umgangsstil in der AfD sei „desaströs“. Parteigründer Bernd Lucke und seine Stellvertreterin Frauke Petry „hassen sich offenbar bis aufs Blut“, sagte Fahimi. Trotz dieses „Chaos“ dürfe aber nicht vergessen werden, dass es sich bei dem AfD-Treffen um eine „zutiefst rechtspopulistische Veranstaltung“ handle. „Die Rechtspopulisten in Deutschland werden nicht einfach verschwinden, wenn die AfD von der Bildfläche verschwindet“, warnte Fahimi. Neue Osnabrücker Zeitung

In der riesigen Essener Gruga-Halle ging es am Wochenende für die rechtskonservative Alternative für Deutschland um Sein oder Nichtsein. Um einen Sieg der gemäßigten Euro-Kritiker um den AfD-Gründer und Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke oder um den Durchmarsch der Nationalkonservativen um die Sächsin Frauke Petry, den Brandenburger Alexander Gauland oder den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke. Lucke hatte, weil er sich seiner Mehrheit nicht sicher ist, vor kurzem gar noch den innerparteilichen Verein Weckruf gegründet. Mit seinen Stellvertretern Petry und Gauland spricht er nicht mehr. Wer in Essen triumphieren wird, war wohl ebenso schwer vorherzusagen, wie der Ausgang des Referendums in Athen. Verloren hat die so wuchtig gestartete bürgerliche Gegenkraft zur Union bereits jetzt. Man wollte eine andere Europapolitik, konservative Werte und möglichst viele Kinder in deutschen Familien. Heraus kam allerdings nur erbittertes Gezänk, Streit um Posten und Profil sowie allerhand rechtslastige, fremdenfeindliche Parolen. So bietet diese Partei keine Alternative für Deutschland. Sie läutet ihre eigene Totenglocke.  Von Reinhard Zweigler Mittelbayerische Zeitung

4 Comments so far. Feel free to join this conversation.

  1. Anonymous Montag, 20. März 2017, 19:23 at 19:23 - Reply

    Sie unterstellen Hass bis aufs Blut? Frau Fahimi?
    Ist das ihre persönliche Meinung oder können sie Qualifikationen nachweisen, die sie zu dieser Aussage qualifizieren?
    Lernt man so etwas im Studium der Elektrotechnik oder weiß man es einfach als Diplom Chemikerin? à la: die Chemie zwischen den Beiden stimmt nicht.

    • Anonymous Montag, 20. März 2017, 19:24 at 19:24 - Reply

      Es wird eine Kombination aus Elektrotechnik in Diplomchemie sein.

  2. Anonymous Montag, 20. März 2017, 19:07 at 19:07 - Reply

    Woher wusste man denn über die Meinung der Mehrheit der Deutschen so gut Bescheid?
    Gab es eine deutschlandweite Meinungsumfrage?
    Warum wurde ich nicht auch gefragt damals?
    Oder hatte das ein Computer ausgerechnet?

  3. Anonymous Montag, 20. März 2017, 19:04 at 19:04 - Reply

    Falsch geläutet Frau Generalsekretärin. Sie sind immer noch da und ZUTIEFST rechtspopulistisch ist alles andere als klar definiert. Außerdem war es nie Konsens dass sie nicht da sein dürften und verschwinden müssen.

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