100 Tage Kanzlerkandidat Schulz – Schubumkehr beim Schulz-Effek

SPD Generalprobe

Würde Hannelore Kraft in NRW scheitern, käme die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Martin Schulz im Bundestagswahlkampf wiederum nur schwerlich zurück auf Augenhöhe zu den Unionsparteien und zur Kanzlerin Angela Merkel.

Veröffentlicht am Montag, 08.05.2017, 10:54 von Gudrun Wittholz

Für die SPD ist die Generalprobe der Generalprobe gründlich in die Hose gegangen. Die krachende Niederlage in Schleswig-Holstein, in dieser Eindeutigkeit überraschend, ist eine schwere Hypothek für die weitaus wichtigere Landtagswahl am kommenden Sonntag bei uns. Die Chancen für CDU-Kandidat Armin Laschet, nächster Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens zu werden, sind jetzt deutlich gestiegen.

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Saarbrücken, Kiel, Düsseldorf und dann Berlin? Es scheint sich fortzusetzen, was im Saarland begonnen hat. Und es wird deutlicher, dass es nicht nur der „Kramp-Karrenbauer-Effekt“ war, der den sogenannten Schulz-Effekt überlagert hat. Vielmehr begann die Entzauberung des „Heiligen Martin“ unmittelbar nach dem ersten Rausch der Genossen. Der Keim des jetzt fortgesetzten Misserfolgs lag in der maßlosen Übertreibung selbst; der ganze Hype war aus Sicht der Sozialdemokraten von Anfang an zu schön, um wahr zu sein. Die Folge war, dem Wirkmechanismus der sich selbst erfüllenden Prophezeiung folgend, dass Schulz aus Angst vor einer frühzeitigen Trendumkehr sich merkwürdig rar machte.

Was will Schulz?, fragten sich Freund und Feind im ersten Moment. Zuletzt folgte die fast schon vernichtende Frage: Wo ist Schulz überhaupt? Der Wähler, dieses Sensibelchen, hat´s gemerkt und ins Soufflé gestochen. Noch vor ein paar Wochen galt ein Sieg in Kiel für die SPD als wichtiger Etappensieg auf dem Weg ins Kanzleramt. Jetzt heißt es angesichts der Schubumkehr: Ist ja nur eine Landtagswahl.

Immerhin gibt es etwas, worüber sich alle Demokraten freuen können. Die Rechtspopulisten von der AfD kommen mit ihren internen Querelen nicht an. Gut so. Alexander Marinos – Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Als es Umfragen gab, wonach die SPD zur Union aufgeschlossen habe, wurde Martin Schulz sogleich zu einer Art Messias erklärt. Einer, der auch übers Wasser laufen könne. Nun, da die Christdemokraten sich wieder deutlich abgesetzt haben, ist er in vielen Medien nur noch der sichere Verlierer. Und schon wird entdeckt, was der Mann alles falsch gemacht haben soll. Gemach. Anlässlich der Bilanz seiner ersten 100 Tage als SPD-Kanzlerkandidat wird das Bild lediglich realistischer. Die eine Wahrheit ist: Schulz‘ Ernennung hat die SPD von der Lähmung der Gabriel-Ära befreit. Das hat die Partei wieder motiviert, hat auch zu vielen Neueintritten geführt. Ohne eine solche Motivation braucht man einen auf Sieg setzenden Wahlkampf gar nicht erst zu beginnen. Schulz hat die gute Stimmung mit seiner betont auf die soziale Gerechtigkeit setzenden Kampagne noch verstärkt.

Kandidat, Inhalte, Partei, das scheint endlich mal wieder eine Einheit zu sein und hat sich in den Umfragen positiv ausgewirkt. Dass Angela Merkel dem nicht untätig zuschauen würde, war von Anfang an klar. Sie nutzt derzeit geschickt ihren Vorteil als Kanzlerin, die internationale Krisen zu lösen hat und Entscheidungen trifft. Ein Herausforderer ohne Ministeramt kann derweil nur über die Dörfer tingeln. Das erklärt die derzeitige Delle in der Schulz-Kurve aber nicht. Vielmehr war von Anfang an klar, dass die gute Stimmung in der SPD nur halten würde, wenn es eine Machtperspektive gibt. Und da beginnt das Problem. Schulz hat behauptet, die SPD habe mit ihm viele Machtoptionen: Große Koalition unter seiner Führung, Ampel mit FDP und Grünen oder Rot-Rot-Grün. Und anfangs schienen die nach oben schießenden Umfragen das auch zu bestätigen. Doch im Saarland, wo mindestens zwei dieser drei Varianten sehr nahe waren, endete die Landtagswahl wie gehabt: Die Union regiert, die SPD ist kleiner Partner. So wie es auch im Bund schon lange Zeit ist.

Vor allem Rot-Rot-Grün ist als Option jetzt regelrecht verbrannt. Mit der Aussicht aber, auch nur wieder Vizekanzler unter Angela Merkel zu werden, braucht Schulz seinen Wählern nicht zu kommen. Die SPD und ihr Kandidat sind in der klassischen Situation, die man aus Fußball-Pokalspielen kennt. Eine Mannschaft liegt zurück, die Zeit läuft. Die Mannschaft hat verloren, wenn sie sich jetzt aufgibt. Sie darf die Hoffnung nicht verlieren. Sie muss auf Fehler der anderen setzen. Und auf Glück. Wie oft hat man im Pokal erlebt, dass dann doch noch Tore fielen. Wahlen sind zwar keine Pokalspiele. Aber die Landtagswahlen am Sonntag in Schleswig-Holstein und eine Woche später in Nordrhein-Westfalen sind für die zurückliegende SPD erste vorentscheidende Ereignisse. Möglicherweise sind danach die Motivationsqualitäten des Martin Schulz wirklich gefragt. Lausitzer Rundschau

5 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Donnerstag, 11. Mai 2017, 9:09 um 9:09 - Reply

    Maddin Chulz sollte daran arbeiten, seine Sch-Schwäche
    abzubauen (Tich/Tisch, Fich/Fisch). Ein Mann, der
    Deutschland vorstehen will, muss anständig deutsch reden
    können. Chulz, Tich und Fich: Das tut weh in den Ohren.

  2. Anonymous Dienstag, 9. Mai 2017, 20:38 um 20:38 - Reply

    Lauwarme Luft im Sack? Na ja…..
    Ein Sockenschuster.
    Ein Dünnbrettbohrer.
    Ein Würstchen aus Würselen, das King of Currywurst sein möchte.
    Buchhändler Schulz aus Würselen bestreitet alles. Nur nicht seinen eigenen Lebensunterhalt.
    Es liegt an uns, ob wir ihm den Zugang zur Staatsknete gestatten, gell?
    Für alle NRW – Bürger ist am Sonntag der Tag des Herrn.
    Nutzen wir ihn!
    Am Sonntagabend werden wir dann alle sehen, ob Klein – Martin auch etwas wegstecken kann oder ob er gleich losheult.
    Gönnen wir uns diese Reality -Show am Sonntagabend.

  3. Anonymous Dienstag, 9. Mai 2017, 20:38 um 20:38 - Reply

    AfD!!!😃

  4. Besucher Dienstag, 9. Mai 2017, 20:25 um 20:25 - Reply

    Hannelores Kraftladen ist ein Saftladen.
    Neuestes Beispiel: Heute traf mein Steuerbescheid ein. Die erste Seite enthielt ein Foto. Meins war es nicht. NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans machte Werbung für die SPD und ließ diese Wahlwerbung per Steuerscheid verschicken. Das ist verboten.
    Nun wissen wir, dass Walter-Borjans als hochkriminelles Kerlchen gilt, seine Ministerpräsidentin gar nichts im Griff hat und die rot-grüne Landesregierung den Rechtsstaat lästig findet. Gesetze sind doch nur für die anderen da. Selber halten wir uns nicht daran. So geht das seit zwei Legislaturperioden in Hannelores Saftladen.
    Darum leben wir in Nordrhein- Katastrophalen.
    Meine Konsequenz: ABWAHL! ABWAHL! ABWAHL!

  5. Anonymous Montag, 8. Mai 2017, 18:28 um 18:28 - Reply

    Tja, so ist das wenn wenn man nur lauwarme Luft im Sack hat.

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