Suizidversuche von Asylbewerbern in Niedersachsen nehmen zu

Langeweile als Todesfolge

Deutschland hätschelt seine Migranten müsste die Überschrift dieses Artikels eigentlich heißen. Kein deutscher Bürger dieses Landes erhält soviel staatliche Aufopferung wie die Goldstücke von Martin Schulz. Es herrschen geradezu paradiesische Zustände für Flüchtling. Es wäre schon schön, wenn einem Einheimischen auch nur die hälfte der Nettigkeit und Freundlichkeit zuteilwürde, wie die gegenüber Flüchtlingen.

Veröffentlicht am Mittwoch, 17.05.2017, 9:36 von Domenikus Gadermann

Die Zahl der Suizidversuche von Asylbewerbern in Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf eine Antwort des Innenministeriums auf Anfrage der FDP-Landtagsfraktion. Demnach hätten 13 von 47 Kommunen im Land 50 versuchte Selbsttötungen von Flüchtlingen im vergangenen Jahr an das Ministerium gemeldet. Drei Menschen starben. 2015 seien es noch 19 Versuche gewesen. Die restlichen Kommunen hätten nicht geantwortet oder keine entsprechende Statistik, so das Ministerium. Eine steigende Tendenz der Selbstmordversuche hatte zuletzt auch Bayern gemeldet. Die dortigen Behörden registrierten mit 162 Versuchen 2016 mehr als eine Verdreifachung der Vorfälle binnen weniger Jahre.

Kommunen melden 50 Vorfälle im vergangenen Jahr – Pro Asyl: Psychische Situation wird immer prekärer

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Bernd Mesovic, stellvertretender Geschäftsführer von Pro Asyl, beklagte im Gespräch mit der „NOZ“: „Die psychische Verfassung von Asylsuchenden wird immer prekärer.“ Viele seien durch ihre Erlebnisse traumatisiert, hinzu käme die zermürbende Situation in Deutschland voller Unklarheit. „Menschen mit all ihren Hoffnungen fallen regelrecht in sich zusammen“, so Mesovic. FDP-Innenpolitiker Jan-Christoph Oetjen forderte eine Meldepflicht für Suizidversuche von Flüchtlingen, damit sich das Land ein Gesamtbild machen und gegebenenfalls entgegensteuern könne. „Asylbewerber befinden sich in der Obhut des Staates. Da muss der Staat auch wissen, was mit den Menschen geschieht“, so Oetjen. Neue Osnabrücker Zeitung

Ärzte der Welt alarmiert über psychische Gesundheit von Flüchtlingen in Sammelunterkünften

Die ehrenamtlich tätigen Psychiater/innen von Ärzte der Welt beobachten während psychiatrischer Sprechstunden in Sammelunterkünften von Flüchtlingen eine besorgniserregende Zahl von psychischen Krankheiten.

Seit 2015 engagiert sich Ärzte der Welt für Flüchtlinge in München. Ein Behandlungsbus fährt zwei Mal wöchentlich Gemeinschaftsunterkünfte an. Unser Team versorgt die Menschen medizinisch und unterstützt dabei, sie ins Regelsystem zu integrieren.

Da die Ärzte und Ärztinnen im Projekt immer wieder beobachtet hatten, dass die psychische Gesundheit vieler Bewohner(innen) beeinträchtigt ist, wurde das Angebot durch psychiatrische Sprechstunden erweitert. Diese werden von ehrenamtlichen Psychiater/innen durchgeführt, können aber nur die dringendsten Fälle begleiten. „Unter den prekären Lebensbedingungen in den Sammelunterkünften verschlechtert sich die psychische Gesundheit von Menschen mit Traumafolgestörungen, von Frauen mit Gewalterfahrung und Kindern, ständig“, beobachtet die Psychiaterin Stephanie Hinum. „Gesetzliche und bürokratische Hürden aber machen den Zugang für eine Behandlung von psychischen Erkrankungen geradezu unmöglich.“

Zu den belastenden Lebensbedingungen in den Sammelunterkünften kommt in den letzten Wochen hinzu, dass wiederholt Bewohner/innen nachts von der Polizei aus den Unterkünften abgeholt werden. Auch ein Patient, den unsere Ärztin psychiatrisch behandelt hatte, war unter den Personen, die nicht mehr geortet werden konnten. „Wir sind sehr besorgt über diese Vorgehensweise der unangekündigten Abschiebung“, sagt Dr. Stephanie Hinum, „wir beobachten, dass viele Menschen unter massiven Schlafstörungen, Angst und Depressionen leiden. Wir sehen auch, dass dadurch die Spannungen zwischen den Bewohnern steigen. Eine bereits beeinträchtigte psychische Gesundheit einiger Bewohner wird durch das Vorgehen der Behörden weiter destabilisiert – mit unabsehbaren Konsequenzen.“

Ärzte der Welt wendet sich entschieden gegen breit angelegte Überraschungsabschiebungen. Auch appelliert die Organisation an politische Entscheidungsträger, dass Asylbewerber/innen zügig in Unterkünfte umziehen können, die eine Privatsphäre erlauben und die psychische Gesundheit nicht verschlechtern.

Darüber hinaus fordert Ärzte der Welt, dass Flüchtlinge in ausreichendem Maße psychosoziale Versorgung erhalten. Dies beinhaltet zum einen den Zugang zu dem vollständigen Leistungsspektrums der gesetzlichen Krankenkassen als auch den Abbau von Zugangsbarrieren, (wie z.B. Sprachbarrieren). Nur dadurch kann eine bedarfsgerechte Versorgung gesichert werden. Ute Zurmühl – Ärzte der Welt e.V. – Doctors of the World Germany

Förderprogramme für Abgeschobene

Fördermöglichkeiten, die nächstgelegene Rückkehrberatung oder Informationen zum Herkunftsland: Das neu entwickelte Onlineportal „Returning from Germany“, das heute in seine Pilotphase startet, bietet umfassende Informationen für Rückkehrinteressierte. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine zentrale Plattform geschaffen, mit der die bundesweit flächendeckende Rückkehrberatung weiter verbessert wird. Das Portal stellt hierfür umfassende Informationen für potentielle Rückkehrer, Rückkehrberatungsstellen und ehrenamtliche Helfer in einfacher und verständlicher Form bereit.

Informationszugang verbessert

So können etwa detaillierte Auskünfte zu den verfügbaren Förderprogrammen und Rückkehrberatungsstellen sowie Informationen zu den Herkunftsländern und den Reintegrationsprogrammen vor Ort über das Portal abgefragt werden. Mit wenigen Klicks sind dort zentrale Grundinformationen zugänglich. Es ist vorgesehen, die Informationen in deutscher und englischer Sprache sowie zeitnah auch in weiteren besonders relevanten Sprachen anzubieten. Zusätzlich werden im Rahmen der gemeinsamen Rückkehrinitiative des Bundesministeriums des Innern und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) künftig auch die Reintegrationsprogramme der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die in insgesamt 11 Herkunftsländern verfügbar sind, auf dem Portal dargestellt.

Systematische Ergänzung bestehender Beratungsangebote

Praktische Informationen von der finanziellen Unterstützung bis hin zu Informationen zum Arbeitsmarkt, zur Wohnungssituation oder zur me-dizinischen Versorgung im Herkunftsland werden in dem neuen Onlineportal verständlich aufbereitet zur Verfügung gestellt. Die einfache und informationsbasierte Ausgestaltung erlaubt eine Nutzung des Portals insbesondere auch auf dem Smartphone.

Dazu erklärt der Bundesminister des Innern, Dr. Thomas de Maizière: „Wer hier keine Bleibeperspektive hat, muss Deutschland möglichst rasch auch wieder verlassen. Die freiwillige Ausreise stellt dabei, gegenüber einer Abschiebung den besseren Weg dar, auch und gerade für die Ausreispflichtigen selbst, die möglichst umfassend und frühzeitig über die Möglichkeiten informiert werden sollten. Das neue Onlineportal ‚Returning from Germany‘, das heute freigeschaltet wurde, ist ein wichtiger Baustein beim weiteren Ausbau einer flächendeckenden Rückkehrberatung in Deutschland. Mit ‚Returning from Germany‘ ist es gelungen, eine einfache Informationsquelle für alle Nutzer, sowohl für freiwillige Rückkehrer als auch für deren Berater, zu schaffen.“

Auch die Präsidentin des BAMF, Jutta Cordt, lobt den Mehrwert des Portals: „‚Returning from Germany‘ bietet einen überall verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen und Ansprechpartnern. Es ist unser Anspruch, bundesweit eine qualitativ hochwertige Informationsbasis zu gewährleisten. Bestehende Beratungsangebote werden damit noch systematischer vernetzt und für Rückkehrinteressierte einfacher nutzbar.“

Monica Goracci, Leiterin der IOM in Deutschland, erklärt: „Mit dem Portal tragen wir zu einer informierten Entscheidung bei und schaffen mehr Transparenz für die Betroffenen. Wer sich zuvor über Unterstützungsmöglichkeiten einer freiwilligen Rückkehr erkundigen wollte, war mit einer Fülle an unterschiedlichen Informationen konfrontiert, die durch unterschiedliche Akteure bereitgestellt wurden. Diese werden jetzt übersichtlich, leicht zugänglich und vor allem direkt in der Sprache der Rück-kehrinteressierten verfügbar gemacht. Außerdem erleichtert das Portal das Auffinden der nächstgelegenen Beratungsstelle, wo eine individuelle, auf die Bedürfnisse der Person zugeschnittene Beratung angeboten wird.“

Das Portal ist unter www.ReturningfromGermany.de zu finden. Andrea Brinkmann – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

2 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Mittwoch, 17. Mai 2017, 22:12 um 22:12 - Reply

    -statistisch-

  2. Anonymous Mittwoch, 17. Mai 2017, 22:11 um 22:11 - Reply

    …ist statistisch gesehen doch sicher im akzeptablen Bereich!
    Verbrechen von Asylanten werden doch auch statisch schön gerechnet.

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