Erdogan und den Deutsch-Türken: Die Moschee im Dorf lassen

Integration auf Türkisch

Europa und die Türkei: Ein Miteinander bleibt zwingend. Das Abstimmungsverhalten gerade der Deutsch-Türken war ein Alarmzeichen. Zwar führt die hohe Prozentzahl der Ja-Stimmen in die Irre, weil faktisch nur eine Minderheit gegen Gewaltenteilung und Demokratie votierte. Aber bei dieser Minderheit verfing offenbar Erdogans Propaganda, der sie als ungerecht behandelte Opfer bornierter Deutscher umwarb. Dagegen blieben zu viele andere Deutsch-Türken den Wahlurnen fern, anstatt sich aktiv für eine demokratische Zukunft einzusetzen, die sie in der Bundesrepublik doch schätzen gelernt haben sollten. Sind letztlich auch diese Deutsch-Türken nicht wirklich angekommen in ihrer neuen Heimat? Oder zeigt ihr Verhalten eher das Versagen deutscher Integrationspolitik? Belege lassen sich für beide Sichtweisen finden. Klar ist nur, dass es die deutsche Politik dabei nicht bewenden lassen kann. Wie es aussieht, hat der Wahlkampf hier ein neues Thema gefunden. Thomas Fricker – Badische Zeitung

Veröffentlicht am Mittwoch, 19.04.2017, 15:14 von Uta Schmid

Der Ausgang des Referendums in der Türkei wirkte wie ein Weckruf. Obwohl im Vergleich zur Zahl der in Deutschland lebenden Türken hierzulande nur wenige Erdogan tatsächlich ihre Stimmen gaben, ist eine neue Integrationsdebatte entbrannt. Es ist jedoch eine Debatte, die eigentlich schon seit den 60er Jahren, als die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen, ernsthaft hätte geführt werden müssen. Die Türken gelten in Deutschland als die Migrantengruppe mit den schlechtesten Integrationsindex-Werten. Sie haben die engsten Verbindungen in die alte Heimat, nutzen am meisten Medien aus der Heimat und sind am stärksten ihrer Muttersprache verbunden. Heiraten in die deutsche Gesellschaft sind selten. Derartige Trends ignorierte die deutsche Politik bisher. Warum? Es ist wohl eine Mischung aus übertriebener Toleranz und Desinteresse. Die Türken wiederum taten ihrerseits wenig dafür, dass sich dieser Status ändert. Sie isolierten sich, statt ihr Recht auf Teilhabe an der deutschen Gesellschaft einzufordern. Rheinische Post

Integration auf Türkisch

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Viele in Deutschland, auch viele Migranten, fragen sich: Wie kann es sein, dass Deutsch-Türken den Weg der Türkei in ein präsidial-diktatorisches System unterstützt haben, obwohl sie hierzulande die Vorzüge von Freiheit und demokratischen Strukturen genießen? Die Antwort scheint einfach: mangelnde Integration ist der Grund. Doch es ist wohl komplizierter. Zum einen dürfte die hitzige und vielfach einseitige Debatte, die in Deutschland über Erdogans Pläne geführt wurde, sowie die aufstachelnden Attacken des Präsidenten etliche, vor allem junge Deutsch-Türken, dazu verleitet haben, es der Mehrheitsgesellschaft mal zu zeigen. Die Gelegenheit dafür war günstig. Ein ganz normales Protestwahlverhalten also. Trotzdem wurde sie nur relativ zurückhaltend genutzt. Denn schaut man auf die nackten Zahlen der Wahlanalysten, so ist der Ausgang des Referendums in Deutschland in Wahrheit ein Debakel für Erdogan: Nur die Hälfte der Menschen mit türkischen Wurzeln war überhaupt wahlberechtigt, davon haben wiederum nur die Hälfte ihre Stimme abgegeben.

63 Prozent votierten dann für das Referendum. Das macht laut Experten lediglich 15 Prozent Unterstützung für Erdogans Präsidial-Pläne unter allen türkischstämmigen Migranten in Deutschland aus. Also gemach. Man sollte die Moschee im Dorf lassen und jetzt nicht so tun, als ob die Deutsch-Türken ein Heer der Undankbaren und Unzufriedenen sind und die hiesige Gesellschaft fortan von Erdogan-Anhängern unterwandert wird. Allerdings waren Erdogans Leute im Wahlkampf ohne Zweifel stärker präsent. Einige haben auch mit kriminellen Mitteln gearbeitet, die noch ein Nachspiel haben müssen. Und nach dem Referendum waren sie im Feiern des Wahlausgangs besonders laut. Nicht mehr – und nicht weniger. Gleichwohl darf man mit diesen Erklärungen nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren. Es ist zweifellos ein Fehler deutscher Politik gewesen, dass man es Erdogan hat durchgehen lassen, hierzulande sein eigenes politisches Netzwerk aufzubauen. Ohne politisch und rechtlich dagegenzuhalten. Und wenn doch, dann viel zu spät. Man hat ihn und seine Getreuen einfach gewähren lassen.

Das hat Erdogans Anhänger nur ermuntert. Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass insbesondere die Türken eine extrem enge Verbundenheit zur eigenen Kultur, zur Sprache und zu ihrem Heimatland oder ihren Wurzeln haben. Auch in der zweiten und dritten Generation noch. Zugleich haben diese Menschen in Deutschland die größte Erfahrung mit Ausgrenzung – nicht nur mit einer selbst auferlegten. Das alles dürfte bei der Wahlentscheidung mancher Deutsch-Türken eine Rolle gespielt haben. Deswegen ist die Botschaft des Referendums auch die: Beide Seiten müssen in Deutschland mehr für gegenseitiges Verständnis tun. Das geht nur über einen breiten Dialog. Was wiederum in der derzeit aufgeheizten Stimmung und angesichts des angespannten deutsch-türkischen Verhältnisses schwierig genug ist. Lausitzer Rundschau

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  1. Anonymous Dienstag, 25. April 2017, 16:36 um 16:36 - Reply

    Da gehen die Türken hin, beleidigen das deutsche Volk, beleidigen die Bundeskanzlerin, diffamieren, hetzen und drohen. Und nun kommen sie und fordern die deutsche Wirtschaftshilfe ein. So eine dreiste und unverschämte Vorstellung können wohl nur Türken geben.
    Alles für umsonst und alles von anderen? Wer so denkt und handelt, der hat keine Ehre.
    Die Türken kommen mir vor wie böse, kleine Kinder, die erst alles kaputtschlagen und es dann nicht gewesen sein wollen.
    Politische Kleinkinder muß man bekanntlich erziehen und das ziemlich streng, damit sie endliich einmal etwas begreifen. Das können wir aber nicht leisten, wenn wir uns immer nur auf dem Kopf herumtanzen und uns von diesen Kleinkindern abwatschen lassen.
    Das genaue Gegenteil ist richtig und nützt den Türken beim Erwachsenwerden.
    Herr Erdogan möchte bei uns betteln? Dann soll er doch bitte sofort Ersatzpapiere für seine Schüblinge ausstellen lassen. Für ALLE Schüblinge. Wenn sie dann in seinem Land gut angekommen sind, können wir den Telefonhörer abnehmen. Vorher nicht!

  2. Anonymous Donnerstag, 20. April 2017, 22:58 um 22:58 - Reply

    Danke dafür, dass ihr mir die Entscheidung leicht gemacht habt.Le pen wird die Wirtschaft nicht verbessern aber sie wird den Müll entsorgen. In ein paar Jahren wird wieder gewählt. Hauptsache der Dreck ist verschwunden auch wenn es Teil der Kolonialzeit war.Die absolut ein Fehler war und für die wir jetzt bluten. Verpisst euch! Jeder von euch Irren braucht eine Kugel.Wenn es drauf ankommt werde ich Deutschland verlassen und jeden von euch jagen. Ihr Bastarde.So sieht Deutschland in 20 Jahren aus.

  3. Anonymous Donnerstag, 20. April 2017, 22:45 um 22:45 - Reply

    Ein grosser Besen und raus mit dem ganzen Abfall.Fast alle von denen sind Zecken und Dreck in Frankreich. Ich würde sogar dabei helfen dieses Wixvolk zu helfen.Verdammtes Dreckspack.

  4. Anonymous Donnerstag, 20. April 2017, 22:40 um 22:40 - Reply

    Anschlag in Paris. Le Pen soll dieses Dreckspack ausrotten. Meine Stimme hat sie.Diese Wixer müssen raus aus Europa. Jeder aber auch jeder.Ich würde die mit Schweinefleisch füttern. DRECKSPACK!!!!

  5. Anonymous Donnerstag, 20. April 2017, 15:42 um 15:42 - Reply

    Ich meine, die Lausitzer Rundschau sollte es sich verkneifen, Anweisungen zu geben, wie man tun sollte.

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