Biedenkopf stärkt Merkel im Streit mit Walter Kohl den Rücken

Attacken von Kohls Sohn

Sachlich ist Walter Kohls Darstellung hanebüchen, weil er Ursache und Wirkung verdreht: Helmut Kohl war für die Spendenaffäre verantwortlich. Er hatte Spenden für die CDU angenommen und nicht ordnungsgemäß deklariert. Er weigert sich bis heute, die Spender zu nennen. Die damalige CDU-Generalsekretärin wagte, was sich kein anderer zuvor traute: sich vom Verursacher der Affäre loszusagen und der CDU einen Neuanfang zu ermöglichen. Lapidar sind die Vorwürfe für Merkel dennoch nicht. Merkels politische Entscheidungen, ihr Führungsstil wird bereits von anderen kritisiert. Nun gesellt sich dazu ein Angriff auf den Charakter. Mitteldeutsche Zeitung

Veröffentlicht am Dienstag, 07.03.2017, 11:39 von Magnus Hoffestett

Sachsens langjähriger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) gegen die schweren Vorwürfe von Altkanzler Helmut Kohls Sohn Walter den Rücken gestärkt. „Walter Kohls Vorwürfe gegen Angela Merkel sind haltlos“, sagte Biedenkopf der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. So sei Merkel als Generalsekretärin in der Pflicht gewesen, die CDU von der Last zu befreien, die ihr Helmut Kohl mit den Spenden durch anonyme Spender aufgebürdet hatte. Biedenkopf verwies zudem darauf, dass seine Frau in der Folgezeit mehrfach Kontakt zu Hannelore Kohl gehabt habe. „Von einer Enttäuschung Frau Kohls durch Frau Merkel oder die CDU war zu keinen Zeitpunkt die Rede“, sagte Biedenkopf. Hannelore Kohl habe wohl selbst ihren Mann gebeten, die Namen der Spende offen zu legen, weil sie sonst eine Hausdurchsuchung fürchtete, sagte der 87-Jährige der „Rheinischen Post“. Walter Kohl hatte im aktuellen „Zeit-Magazin“ die schweren Vorwürfe gegen Merkel erhoben und auf ihr Handeln nach der CDU-Spendenaffäre 1999 verwiesen. Rheinische Post

Walter Kohl: Angela Merkel hat „Anteil am Tod meiner Mutter“

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Walter Kohl, ältester Sohn von Hannelore und Helmut Kohl, erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Für mich hat Frau Merkel einen nicht unerheblichen Anteil am Tod meiner Mutter“, so Kohl in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des ZEITmagazins. Vor über 15 Jahren hat sich Hannelore Kohl das Leben genommen.

Der Vorwurf betrifft die Parteispendenaffäre von 1999, Angela Merkel war damals CDU-Generalsekretärin. Völlig überraschend und in ungewöhnlicher Form – per Gastbeitrag in der FAZ – hatte sich Merkel damals scharf vom langjährigen Partei- und Regierungschef Helmut Kohl distanziert, weil der die Herkunft illegaler Spenden an die CDU nicht preisgab. „Als Politikprofi wusste Frau Merkel, dass sie eine Lawine lostritt, die unsere Mutter und unsere Familie schwer beschädigen würde“, sagt nun Walter Kohl. Merkel habe sich „schäbig“ verhalten und „im Machtkampf in der CDU das Leid meiner Mutter einfach als Kollateralschaden hingenommen“, so Kohl. Die heutige Bundeskanzlerin habe damals „zu keinem Zeitpunkt öffentlich gesagt: Lasst die Familie aus dem Spiel. Dabei wusste sie genau, dass meine Mutter schwer krank war.“ Hannelore Kohl litt damals an einer schweren Lichtallergie. Sie nahm sich 2001 das Leben.

Obwohl seine Mutter mit der CDU-Affäre nichts zu tun gehabt habe, sei sie nach Merkels Distanzierung öffentlich „auf übelste Art geschmäht, sogar als ,Spendenhure beschimpft“ worden, sagt Kohl in dem Gespräch. „Sie wurde zur Unperson. Für sie war das alles umso schmerzhafter, weil sie sich sich von Angela Merkel verraten fühlte.“ Beide seien einmal eng befreundet gewesen: „Die beiden haben sich häufig getroffen und viel miteinander gesprochen. Von meiner Mutter weiß ich, dass sie sich gegenseitig sehr persönliche Dinge anvertraut haben. Es war eine Freundschaft.“ Hannelore Kohl habe „diesen Verrat an ihrer Freundschaft nie verkraftet.“ Als sie „persönlich einmal Schutz gebraucht hätte, wurde sie von Frau Merkel fallengelassen“, sagt Walter Kohl. Merkel habe sich danach nie wieder bei seiner Mutter gemeldet.

Es gehe ihm nicht darum, die Schuld seines Vaters an der Spendenaffäre zu relativieren, sagt Kohl: „Ich spreche hier nicht von meinem Vater, der wahrlich viel dafür getan hat, dass die Spendenaffäre eskaliert ist.“ Vielmehr gehe es ihm „um etwas viel Grundsätzlicheres: das menschliche Verhalten von Angela Merkel in diesem parteiinternen Machtkampf“.

In dem Gespräch mit dem ZEITmagazin bezieht Kohl sich auch auf Protokolle aus dem CDU-Präsidium, die ihm einst sein Vater gezeigt habe. „Daraus geht hervor, dass Frau Merkel zu Beginn der Spendenaffäre intern sagte: Wir dürfen Helmut Kohl, von dem wir viele Jahre profitiert haben, nicht im Regen stehen lassen. Vor allem müssen wir auch seine Familie schützen“, so Walter Kohl. Daran habe sich Merkel später selbst nicht mehr gehalten.

Der 53-jährige, der früher als Investmentbanker in New York und als Controller für deutsche Unternehmen arbeitete, führt heute gemeinsam mit seiner Ehefrau eine Firma in der Automobilindustrie. Nachdem er vor einigen Jahren eine persönliche Lebenskrise überwunden hat, ist er heute auch als Coach tätig. DIE ZEIT

5 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Donnerstag, 30. März 2017, 18:21 um 18:21 - Reply

    Leute… Was redet ihr? Geht ja gar nicht…

  2. Angela Mittwoch, 8. März 2017, 12:26 um 12:26 - Reply

    …… wer hat Interesse, was diese senilen Tatergreise noch von sich geben! Biedenkopf war stets ein unaufrichtiger Mensch und hat seine Meinung stets in Richtung „Brotkorb“ gelenkt! Pfui Deibel! – Anstand, Moral, Ehrlichkeit – für Menschen seines Schlages FREMDWORTE!-

  3. Anonymous Mittwoch, 8. März 2017, 1:32 um 1:32 - Reply

    Ihr nennt das Streit?
    Eine Frau hat sich selbst umgebracht, oder es wurde nachgeholfen, mit welchen Mitteln auch immer.
    Und zu welchem Zweck?
    Oh wie verdorben. Unsäglich verdorben ist das.
    Abscheulich.

  4. Anonymous Dienstag, 7. März 2017, 21:59 um 21:59 - Reply

    Wenn das so gewesen sein sollte, erklärt das, warum Angela Merkel so scharf drauf ist die Gefühle der Bürger zu erreichen: Es ist ihre Methode. An Hannelore Kohl konnte sie üben.

  5. Anonymous Dienstag, 7. März 2017, 21:31 um 21:31 - Reply

    Klingt plausibel, was Walter Kohl sagt. Passt auch. Wird nicht die ganze Wahrheit sein, Merkel war nicht der Ehemann von seiner Mutter, der es zuließ, dass seine Frau mit rein gezogen werden konnte, weil er sich so verhalten hat wie er es tat. Ist es sicher, dass Hannelore Kohl sich selbst das Leben nahm?
    Das Schmunzelgesicht von Herrn Biedenkopf passt zu Merkels Skrupellosigkeit. Sie sollte sich selbst dazu äußern.
    Niemand wird die ganze Geschichte je kennen.
    Jemanden in den Selbstmord treiben ist noch mieser, als zu morden.

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