Diesel-Subventionen: Die Betrüger sind gefordert

"Made in Germany" beschädigt

In Deutschland hängen 1,8 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Autoindustrie ab. Die Branche erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 400 Milliarden Euro, damit ist jeder vierte Euro des produzierenden Gewerbes mit einem automobilen Produkt umgesetzt worden.

Veröffentlicht am Dienstag, 01.08.2017, 11:03 von Gudrun Wittholz

Zu einem großen Teil beruht Deutschlands Wohlstand auf VW, BMW und Daimler sowie den Tausenden von Zulieferern. Ganz klar: Die Bundesrepublik braucht eine starke Automobilindustrie.

Aber sie braucht eine Automobilindustrie, die im Wettbewerb um die technisch beste Lösung ringt, die ihre Produkte ständig verbessert – zum Wohle des Kunden, zur Sicherung der Arbeitsplätze und auch zur Mehrung des eigenen Gewinns. Deutschland braucht aber keine Autoindus-trie, die sich bräsig auf ihrer Bedeutung ausruht, sich über von der Politik gesetzte Leitplanken hinwegsetzt und ihre Macht und ihre finanziellen Möglichkeiten ausnutzt, um Regeln und Gesetze, die zum Wohl der Allgemeinheit erlassen wurden, zu ihren Gunsten auszuhöhlen. Doch genau das haben die Verantwortlichen in den Konzernen getan: Sie haben nicht nach einer Lösung für ein zugegeben anspruchsvolles Problem gesucht, sondern gelogen und betrogen.

Vor dem Diesel-Gipfel sind nun allein diese Lügner und Betrüger gefordert: Die Autoindustrie und niemand anders steht in der Verantwortung und muss Lösungen anbieten. Lösungen, die aus manipulierten Autos Fahrzeuge machen, die Recht und Gesetz entsprechen – und die Kosten müssen bis auf den letzten Cent die Konzerne übernehmen. Kein Euro darf Kunden oder Steuerzahlern aufgebürdet werden. Das wird teuer, doch weder Autobesitzer noch Steuerzahler haben aus Profitsucht manipulierte Fahrzeuge gebaut. Und sollte es keine technische Lösung geben, müssen die Hersteller die fehlerhaften Autos eben zurückkaufen.

Verweigern die Konzerne eine solche Lösung, wäre nicht nur der Imageschaden für sie selbst unermesslich. Die Unternehmen gefährden ihre Position als Leitindustrie der Bundesrepublik – und damit den Wohlstand Deutschlands. Schwäbische Zeitung

Autokrise und Seehofer-Vorschlag

Wenn der bayerische Ministerpräsident nun mit neuen Steuervorteilen die selbst erzeugte Misere entschärfen möchte, hat er nichts dazu gelernt. Es muss Schluss sein damit, dass sich die Politik in Verbund mit Industrielobbyisten für eine einzelne Technologie einsetzt. Die Kosten trägt die Allgemeinheit – wenn es schiefgeht. Solange der Dieselabsatz florierte, wollten die Vorstände nichts von einer gemeinsamen Verantwortung wissen. Erst die Banken, dann die Energieriesen, jetzt die Autokonzerne. Eine Konstante verbindet die Krisen: Wenn es schief geht, soll der Steuerzahler einspringen. Schon bei den Banken aber galt, dass zu einer Marktwirtschaft Milliardengewinne als Belohnung ebenso dazu gehören wie die Haftung für eigene Fehler. Das muss auch für die Autokonzerne gelten. Berliner Zeitung

Hier ist mal ein produktiver Vorschlag: In einem großen Modellversuch lösen Bayern und Niedersachsen das Problem des zu schnellen Fahrens. Und zwar nicht, indem sie Sünder zur Kasse bitten, im Gegenteil: Jeder, der sich ans Limit gehalten hat, bekommt einen Zehner.

Kompletter Unsinn? In der Tat. Aber das macht Horst Seehofer und Stephan Weil nichts aus. Beide haben vorgeschlagen, die Käufer von Dieselfahrzeugen, deren Abgaswerte den Gesetzen entsprechen, mit Staatsknete zu unterstützen – was im Endeffekt auf eine Subvention für die Absatzsteigerung genau derjenigen Konzerne hinausläuft, die die Regeln systematisch gebrochen haben.

Dass Seehofer und Weil sich um Industriestandorte und Arbeitsplätze sorgen, ist absolut nachvollziehbar. Aber es ist längst erwiesen, dass nur harte Regeln die Autobauer davon abhalten, die wichtigsten Innovationen zu verschlafen. Frankfurter Rundschau

Kramp-Karrenbauer sieht durch Diesel-Skandal „Made in Germany“ beschädigt

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wirft der deutschen Autoindustrie vor, das weltweit geachtete Gütesiegel „Made in Germany“ durch die Unregelmäßigkeiten beim Diesel beschädigt zu haben. „Das droht jetzt zu kippen“, sagte Kramp-Karrenbauer der „Saarbrücker Zeitung“. „Made in Germany“ habe bisher als Garant für besondere Qualität, gute Technologie und Verlässlichkeit gestanden. Folge der Verfehlungen der Autohersteller dürften jetzt nicht Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Deutschland sein. Solche Verbote erhöhten den Druck auf die Arbeitsplätze in der Autoindustrie in nicht vorhersehbarem Maße und kämen einer „Enteignung der Autofahrer“ gleich. Die Autoindustrie müsse als Beitrag zum Dieselgipfel am Mittwoch in Berlin die kostenlose Nachrüstung von Dieselfahrzeugen anbieten. „Die Hersteller sind am Zug, nicht die Kunden“, sagte Kramp-Karrenbauer, die selbst am Gipfel teilnimmt. Saarbrücker Zeitung

6 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Freitag, 18. August 2017, 8:10 um 8:10 - Reply

    Dies ganze politische Gesabbere ist absolut unerträglich!
    Herr Seehofer, Muslim-Mutter Merkel etc. keiner hat irgendetwas gewusst…. Die Bayrische und Berliner Zirkus-Truppe! Profitgier, Unaufrichtigkeit, widerwärtige Finanzakrobatik mit Netz und doppeltem Boden! Ich kann diese Meister der Lügen nicht mehr hören und sehen! ( Haben doch diese Scheinheiligen sich stets die Taschen mit Schmiergeld der Industrie vollgestopft! Zeigen aber jetzt in den Fernseh-Nachrichten eine verlogene Empörung! -Ich werde AfD wählen!- Wünsche mir einen wirklichen Wandel in unserem Land!

  2. Anonymous Samstag, 5. August 2017, 21:06 um 21:06 - Reply

    Asylstopp, raus, raus, raus!!!
    Es ist mehr als genug!
    Merkel steht mit Logen im Bunde die den Untergang der Deutschen beschlossen haben!!!
    Alles nachzulesen für Interresierte!

  3. Blau ist Leben Donnerstag, 3. August 2017, 20:11 um 20:11 - Reply

    GEBT B L A U EINE CHANCE !

  4. Anonymous Donnerstag, 3. August 2017, 9:17 um 9:17 - Reply

    Ja, dieses ALLES beherrschende Thema soll wohl und ganz offenkundig, uns von dem eigentlichen, wirklichen Problem ablenken: Die verheerende Flüchtlingspolitik der Frau Merkel! – Armes DEUTSCHLAND!- Vormals Land der Dichter und Denker… Und heute : Hochburg der ungebildeten, arbeitsscheuen Kanacken!

  5. Anonymous Mittwoch, 2. August 2017, 14:11 um 14:11 - Reply

    Mein Sagen, unrealistische Politvorgaben und jetzt die Autohersteller zu Verbrechern machen!
    Politschmierentheater welches von der Asylkrrise ablenken soll um Merkels auf Hochtouren laufende Umvolkung weiter vorzutreiben!

  6. Giovanni Dienstag, 1. August 2017, 18:52 um 18:52 - Reply

    So geht es einem wenn man meint, das Rad ein 2. Mal erfunden zu haben. Kranke abwegig technikfeindliche Grenzwerte in vorauseilendem Gehotsam rächen sich.
    Wenn man die EU-Bonzen jahrelang am Arsch leckt und hündisch ihnen zu Diensten ist, bekommt man irgendwann Ohrfeigen.
    Jetzt wird die KFZ-Branche ernten was unsere Politgrößen gesät haben.
    Mitleid ? Nein, leider keine Spur davon.

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