Alice Weidel: Ökonom Rogoff bestätigt Deutschland als Europas Zahlmeister

Grexit: Euro-Abschied

Der Harvard Ökonom Kenneth Rogoff erklärte in einem Interview: „Den Deutschen sollte klar sein, dass sie in der Zukunft eine Rechnung bezahlen müssen. Die Last der deutschen Schulden ist höher, als die Zahlen es vermuten lassen. Sie sind nicht in der Bilanz, aber eines Tages werden sie fällig.“

Veröffentlicht am Mittwoch, 22.02.2017, 15:25 von Gudrun Wittholz

Die südlichen Euro-Staaten, allen voran Griechenland, bräuchten dann einen Schuldenschnitt und Deutschland werde dabei hohe Beträge abschreiben müssen. Man hätte den Schuldenschnitt vor langer Zeit machen sollen. Wenn er kommt, sollte man großzügig sein. Dazu sagt AfD-Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel:

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„Kenneth Rogoff ist einer der Harvard-Mainstream-Ökonomen, die jahrelang das Hohe Lied auf den Euro und auf das möglichst auch noch zins- und bargeldlose Kreditgeldsystem gesungen haben. Umso bemerkenswerter ist es, dass selbst er nun angesichts der bilanziell und noch mehr außerbilanziell hoch prekären Lage des Euro-Systems die Wahrheit deutlich aussprechen muss.

Der Euro ist in einer ungelösten Dauerkrise und würde ohne deutsche Zahlungen sofort kollabieren. All das war systemisch zwingend und langjährig absehbar. Seit Jahren warnt die AfD davor und mahnt zum Handeln, die illegale Dauerrettung zu beenden und den Euro geordnet abzuwickeln durch den stufenweisen Austritt der Starkwährungsländer.

Denn durch die illegale Eurorettung entsteht Deutschland ein Schaden, der bis in die Billionenhöhe zu Lasten der Steuerzahler geht. Die Verantwortlichen, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel, sehen der dramatischen Entwicklung seit nunmehr rund sieben Jahren untätig zu.

Nun macht selbst der IWF die faktische Insolvenzverschleppung des Euro-Systems nicht mehr mit. Er wird sich an weiteren Griechenland-Rettungspaketen nicht beteiligen. Doch auch das wird die Euroretter der etablierten Parteien nicht bremsen.

Die AfD wird in ihrem Wahlprogramm dieser weiter verschärften Lage im Euro-System Rechnung tragen – und klare Vorkehrungen zum Schutz des deutschen Staatshaushalts gegen illegitime Eurorettungs-Belastungen einfordern. Es ist allerhöchste Zeit, die Verantwortlichen für dieses Debakel abzulösen und die unbeherrschbare Insolvenzverschleppung zu beenden.“

Insolvenzverschleppung Griechenlands beenden – Euroraum auflösen

AfD-Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel zur Eurokrise: „Griechenland kann seine Schulden niemals zurückzahlen. Das ist seit vielen Jahren offensichtlich und die AfD mahnt dies seit ihrer Gründung vehement an. Auch der IWF steigt aus dieser offenen Insolvenzverschleppung aus.

Deutsche Politiker und Medien hingegen haben über diese einfache aber schmerzliche Wahrheit dreist gelogen – und sie tun es weiterhin. Genauso hat es auch Ifo-Chef Clemens Fuest erst kürzlich in einem Interview korrekt beschrieben.

Der Euro ist zu einer verstetigten Transferunion geworden, bei der die deutschen Steuerzahler das Nachsehen haben. Und das ist noch sehr verharmlosend gesagt. Der Schaden, der hier entsteht, geht mittelfristig in Billionenhöhe. Das ist ein völlig untragbarer Zustand.

Der einzig gangbare Ausweg ist der Austritt Deutschlands aus dem Euro und eine geordnete Auflösung des Eurowährungsraumes. Das wäre vor vier oder gar sechs Jahren für den Steuerzahler noch deutlich billiger gewesen, da die Schulden der Südländer noch nicht durch Eurorettungsschirme verstaatlicht waren. Aber mit jedem Jahr, in dem die Transferunion weiterbesteht, wird es für den deutschen Steuerzahler immer teurer. Daher ist es an der Zeit endlich den Mut zur Wahrheit zu haben und das Euroexperiment zu beenden.“ Alternative für Deutschland

stern-Umfrage: Knappe Mehrheit der Deutschen würde Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone in Kauf nehmen

Ob das hoch verschuldete Griechenland weitere Milliarden-Kredite erhält, hängt von der Umsetzung der Reformen ab, die die Euro-Länder im Gegenzug für ihr drittes Hilfspaket gefordert hatten. Ohne diese Kredite könnte das Land im Juli fällige Rückzahlungen nicht mehr leisten und wäre bankrott. Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent der Bundesbürger spricht sich in einer Forsa-Umfrage im Auftrag des stern gegen weitere Zahlungen an Griechenland aus, 40 Prozent dagegen fänden sie richtig – darunter mehrheitlich die Anhänger von Grünen (52 Prozent), Linke und FDP (jeweils 51 Prozent).

Dass Griechenland einen auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verlangten Schuldenschnitt braucht, um wieder auf die Beine zu kommen, meinen 45 Prozent der Befragten. 47 Prozent lehnen es ab, dass die Geldgeber auf einen Teil ihrer Rückforderungen verzichten sollen. 42 Prozent der Deutschen wollen Griechenland unter allen Umständen in der Euro-Zone halten, etwas mehr als die Hälfte – nämlich 52 Prozent – würde sich notfalls auch mit dem Austritt des Landes aus dem Euro abfinden können. Den Grexit würden am häufigsten die Anhänger der AfD in Kauf nehmen (75 Prozent).

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte am 16. und 17. Februar 2017 im Auftrag des Magazins stern 1002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten. Quelle stern. Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr

Wagenknecht plädiert für griechischen Euro-Abschied

Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat vor dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und IWF-Chefin Christine Lagarde für den Ausstieg Griechenlands aus dem Euro plädiert. „Seit Jahren täuscht Schäuble die deutsche Öffentlichkeit, obwohl er weiß oder zumindest wissen sollte, dass Griechenland pleite ist“, sagte Wagenknecht der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Die von der Bundesregierung mit zu verantwortenden Kredite an das Land seien „ein Milliardengrab für die deutsche und europäische Steuergelder“, sagte Wagenknecht. Griechenland sei mit diesen Krediten nicht gerettet worden, sondern Banken und Hedgefonds. Ob Griechenland weiterhin seine Perspektive innerhalb der für seine Volkswirtschaft viel zu harten Währung des Euro sehe, müsse letztlich die griechische Bevölkerung entscheiden. „Allerdings spricht einiges dafür, dass eine wirtschaftliche Erholung jenseits dieses Korsetts um einiges leichter wäre“, sagte Wagenknecht. Merkel trifft Lagarde an diesem Mittwoch in Berlin. Rheinische Post

3 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Donnerstag, 23. Februar 2017, 19:32 um 19:32 - Reply

    Alice Weidel.
    Kluge, gebildete Frau, die sich im Griff hat und noch nicht verbraucht ist, ihre Frau und ihren Mann steht, sich in die Höhle der Löwen traut, dabei auch noch gut aussieht. Das gibt Hoffnung.

  2. Anonymous Donnerstag, 23. Februar 2017, 8:40 um 8:40 - Reply

    Die Meinungsmachungsinstitute liefern regelmäßig. Werden aber besser bezahlt als Brötchenauslieferer.

  3. Anonymous Mittwoch, 22. Februar 2017, 20:28 um 20:28 - Reply

    Was die Umfragen unter den zufällig ausgesuchten betrifft: Wissen die Befragten denn um die Bedeutung, oder sollen sie einfach mal wieder Ja oder Nein sagen, damit man ein Stimmungsbild hat?

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